Lead
Der Anstieg der Weltbevölkerung und globale Industrialisierungsprozesse führen zu Arten- und Lebensraumschwund. Menschliche Siedlungsräume können Wildtieren mittlerweile attraktivere Lebensgrundlagen als die Agrarwüsten der industriellen Landwirtschaft bieten, wodurch es zu Konflikten kommt. Bisher werden Grünanlagen in der Siedlungsgestaltung auf den Menschen ausgerichtet, während der Mensch aus der Naturschutzbiologie ausgeschlossen wird. Der vermeintliche Widerspruch von Natur und Technologie muss in ein konstruktives Zusammenspiel transformiert werden, damit die Bewahrung der Artenvielfalt gelingen kann. Das Ziel dieses Forschungsprojekts ist es, mit den Mitteln einer natur-, kultur- und medienwissenschaftlich erweiterten Designforschung Gestaltungsansätze zur Förderung von Biodiversität in Siedlungs- und Naherholungsgebieten zu leisten.

Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Wie können mediale Designinterventionen auf Grundlage des Internets der Dinge ökologisch und kulturell zur Förderung von Biodiversität in lokalen Ökosystemen beitragen?

Zur Beantwortung dieser Leitfrage werden in drei Fallstudien in Mensch-Umwelt-Aushandlungsprozessen medientechnologische Infrastrukturen gestaltet und installiert: in der Kulturlandschaft der Merian Gärten bei Basel, in einem ehemaligen Hafengebiet der Stadt Basel und in einem Naturschutzgebiet in der Agglomeration Basels. Dafür werden Ansätze und Methoden der Ökologie und der Kultur- und Medienwissenschaften mit denen der Designforschung und Informatik kombiniert. Die Designinterventionen haben zum Ziel, Pflanzen und Tieren eine Stimme zu geben, ökologische Wissensbestände und Erfahrungen zu erweitern, neue Formen Spezies übergreifenden Zusammenlebens zu gestalten und dadurch ökologische Werte und Verhaltensweisen zu kultivieren. Konkret wird ein ‘Internet of Things Toolkit’ entwickelt, das im Rahmen der gestalterischen Interventionen als medientechnologische Infrastruktur dient und ein ‘Response-able Environment’ bildet.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Das Forschungsprojekt soll einen konkreten Beitrag zur Förderung von Biodiversität in urbanen wie ländlichen Siedlungs- und Naherholungsgebieten leisten. Es vertieft die anwendungsorientierte und gesellschaftlich engagierte interdisziplinäre Zusammenarbeit im Sinne medienökologischer Environmental HumanitiesDie Designinterventionen werden evaluiert und Erkenntnisse in Form einer Publikation, eines multimedialen Atlas sowie Massnahmenpaketen für die Freiraumgestaltung dokumentiert und vermittelt.