Lead
Im Zuge der COVID-19 Pandemie wurden in der Schweiz und vielen anderen Ländern verschiedene Massnahmen angeordnet, um die räumlich-zeitliche Verbreitung des Coronavirus zu verhindern oder einzudämmen. In diesem Projekt werden wir versuchen, die Wirkung der verschiedenen Massnahmen mit modernen statistischen Methoden zu quantifizieren. Dabei werden wir Daten zur tägliche Inzidenz mit Daten zu dem reduzierten Kontaktverhalten zwischen Altersgruppen kombinieren, nicht gemeldete Fälle geeignet berücksichtigen und Vergleiche mit benachbarten Ländern durchführen.

Lay summary

Im Zuge der andauerenden Coronavirus Pandemie werden weltweit Kennzahlen zu bestätigten Coronavirus-Infektionen gesammelt. Diese Daten werden täglich aufdatiert, sind häufig auf verschiedenen räumlichen Auflösungen verfügbar und zusätzlich nach Alter und Geschlecht stratifiziert. Somit stehen hoch-dimensionale Zeitreihen zur Analyse zur Verfügung, die eine verfeinerte statistischen Analyse erlauben. In diesem Projekt kommt der sogenannte endemisch-epidemische Modellansatz zum Einsatz. Abhängigkeiten zwischen Regionen und zwischen Altersgruppen können so berücksichtigt werden, um den Effekt der verschiedenen Massnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus datengesteuert zu untersuchen. Dadurch können sowohl verminderte Kontakte durch "social distancing" wie auch Reise- und Besuchseinschränkungen in der Analyse berücksichtigt werden.
Eine besondere Herausforderung stellen dabei nicht-gemeldete Fälle dar, die geeignet extrapoliert werden müssen. Verschiedene Datensätze zu Inzidenz, Testhäufigkeit und Kontaktverhalten im In- und Ausland müssen geeignet kombiniert werden, um zu validen Aussagen zu kommen und die räumlich-zeitliche Ausbreitung möglichst genau abzubilden und vorherzusagen.  Die Ergebnisse werden dazu beitragen, den Effekt der verschiedenen Massnahmen besser abschätzen zu können, um Entscheidungsträger mit fundierten Informationen bei allfälligen zukünftigen Ausbrüchen zu unterstützen.