Lead
Die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöste Lungenerkrankung COVID-19 hat zu über 300 000 Todesfällen weltweit geführt und wurde im März 2019 von der WHO zu einer Pandemie erklärt. Berichte aus zahlreichen Ländern weisen darauf hin, dass Männer stärker von der Lungenkrankheit COVID-19 betroffen sind als Frauen. Über die Gründe dieser Geschlechterunterschiede ist bisher nichts bekannt.

Lay summary

Inhalt und Ziele des Forschungsprojektes

Die Schweiz gehört zu den Ländern, die die höchste Anzahl an Coronavirus-Infektionen pro 100 000 Einwohner weltweit aufweisen. Obwohl der Anteil der infizierten Frauen mit 54% höher liegt als derjenige der Männer, sterben deutlich mehr Männer als Frauen an COVID-19. Auch sind 60% der hospitalisierten COVID-19 Patienten männlich; auf den Schweizer Intensivstationen ist dieser Anteil sogar noch deutlich höher. Die biologischen und soziokulturellen Gründe, die zu der Geschlechter-Imbalance bei COVID-19 führen, sind bislang ungeklärt. In unserem Forschungsprojekt untersuchen wir nun geschlechts-spezifische Risikofaktoren, die zu einem schweren Verlauf von COVID-19 führen. Hierzu zählt der Einfluss von Geschlechtshormonen auf Rezeptoren, durch die SARS-CoV-2 in Atemwegs- und Lungenzellen gelangt. Auch werden Geschlechterunterschiede bei der Immunantwort und der Einfluss von Verhaltensweisen auf Infektionsraten und Krankheitsverlauf analysiert werden.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext des Forschungsprojektes

Die deutlichen Geschlechterunterschiede beim Krankheitsverlauf von COVID-19 zeigen auf, dass geschlechts-spezifische Einflüsse bei SARS_CoV-2 eine wichtige Rolle spielen. Das Identifizieren dieser Risikofaktoren wird dazu beitragen, dass effiziente Medikamente und Präventionsmassnahmen gegen das Coronavirus entwickelt werden können.