Lead
Die Logik als Theorie der Wissenschaften spielte eine entscheidende Rolle an den Universitäten in der Übergangszeit vom Mittelalter zur Neuzeit. Ihre Erforschung vermittelt uns heute eine besondere Einsicht in die Konzepte von Wissenschaft der damaligen Gelehrten und wie sie diese an die nächsten Generationen weitergaben. Das Projekt studiert das Logikverständnis eines einflussreichen Denkers seiner Zeit, des Leipziger Gelehrten Magnus Hundt (1449-1519), und deutet es im Rahmen der Auseinandersetzungen zwischen Scholastik und Humanismus.

Lay summary

Inhalt und Ziel

Primäres Ziel des Projektes ist eine umfassende Erforschung der Werke, und vor allem des zwischen 1493 und 1517 zehnmal gedruckten Compendium totius logicae, Magnus Hundts. Insbesondere wird das von Hundt vertretene Logikverständnis herausgearbeitet, das den Menschen als Symbol des gesamten Universums in den Mittelpunkt stellt, und mit den relevanten Abschnitten aus den anderen Werken verglichen. Dabei wird untersucht, welche die Kernbegriffe sind und auf welche Quellen sich Hundt gestützt hat. Zugleich werden die Ergebnisse in den Rahmen der Diskussionen über die Natur der Logik während der Übergangszeit vom Mittelalter zur Neuzeit eingeordnet und unter Berücksichtigung der verschiedenen Richtungen innerhalb des Thomismus und der Debatten zwischen den rivalisierenden Schulen und Strömungen gedeutet.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Das Projekt wird das Bild der spätmittelalterlichen Logik modifizieren und weitere Untersuchungen dazu anregen. Zugleich wird es ein neues Licht auf die Ursprünge des deutschen Idealismus werfen, da Hundts Logikverständnis dem Hegelschen nahesteht, und damit die Bedeutung des Mittelalters für die Moderne unterstreichen.