Lead
Es handelt sich um ein experimentelles Projekt welches neue Wege der Organisation von Radio-Signal Archiven mit Hilfe von Machine-Learning Algorithmen erforscht. Ausgehend von Radiosignalen als natürliche und kulturelle Phänomene hinterfragt das Projekt persistente und grundlegende Dualismen in der Moderne (Beziehung Natur-Kultur). Es kreiert dabei sogenannte "digitale Observatorien", welche neue Methoden für den Umgang mit reichhaltigen Informationen und digitaler Körperlichkeit schaffen sollen.

Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Ziel des Projekts ist die Entwicklung von Prototyp-Schnittstellen: 'digitale Observatorien' zur Organisation und Navigation von reichlich Information in einer für den Beobachter sinnvollen Weise. Diese 'digitalen Observatorien' organisieren Informationen auf der Grundlage von Ähnlichkeiten, die durch maschinelle Lernprozesse identifiziert wurden. Ein digitales bereits vorhandenes Archiv von Funksignalen wird in zwei Fallstudien neu organisiert. Die erste Fallstudie konzentriert sich auf Bilder von Signalspektrogrammen (visuelle Darstellung der Frequenz-Zusammensetzung eines Signals), um Spekulationen über den Zusammenhang zwischen Signaldarstellung und technischen Kommunikationsprotokollen zu ermöglichen. Die zweite Studie wird Ähnlichkeiten zwischen "sonst nicht verwandten" Signalen aufdecken, die alle in einem kontinuierlichen Erkundungsraum - einer Kugel - organisiert werden. Über einfache ontologische Unterscheidungen hinaus von Materie oder Information, von Subjekten oder Objekten, soll das Wahrnehmen von Informationen auf diese Weise eine Reflexion über Phänomene, wie z.B. Funksignale, ermöglichen.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Das Projekt leistet einen Beitrag zu den Bereichen Geisteswissenschaften und experimentelle Designforschung mit einem besonderen Interesse am Digitalen. Es zeigt neue Sichtweisen im Umgang mit maschinellem Lernen, indem es die Dichotomie von Natur-Kultur als ein verflochtenes Konstrukt adressiert.