Lead
In den digitalen Geisteswissenschaften (Digital Humanities) gibt es zahlreiche Bestrebungen und Initiativen, Datenbanken miteinander zu verknüpfen, insbesondere solche mit biografischem Material. Ziel solcher Verknüpfungen ist es, auf einen Blick sämtliche verfügbaren biografischen Informationen (Daten) zu einer Person oder zu einem Personenkreis zu erhalten, um neue Muster und Trends in den Einzel- oder Kollektivbiografien erkennen und erforschen zu können.

Lay summary
Der Vernetzungsbedarf von geisteswissenschaftlichen Projekten mit Forschungsdatenbanken ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, insbesondere im Bereich der kontextualisierten digitalen Prosopographie, die sich heute nicht mehr nur auf personenbezogene Daten stützt und bestimmte Personenkreise näher untersucht, sondern die Biografien in den historischen Kontext einbettet und damit Wissensräume digital rekonstruieren bzw. sichtbar machen kann. Netzwerkanalysen und Visualisierungen von biografischen Stationen auf Karten und in Zeitreihen sind mittlerweile zentrale Instrumente entsprechender Untersuchungen. Trotz dieser neuen technischen Möglichkeiten und intensiver internationaler Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Forschungsprojekten ist es jedoch bislang nicht gelungen, biografische Forschungsdaten über elementare Verknüpfungen wie etwa Personen und deren Namensvarianten hinaus miteinander zu verbinden bzw. abzugleichen und zu harmonisieren. Das Ziel wäre eine öffentliche Suchfunktion über mehrere Datenbanken (mit biografischem Material) hinweg, welche dank detaillierter und nicht nur elementar harmonisierter biografischer Datenbestände neue Muster in den Einzel- und Kollektivbiografien sichtbar und neue Fragestellungen möglich macht. Gescheitert sind solche Bestrebungen bisher an der Schwierigkeit der Projekte, sich auf eine gemeinsame Sprache festzulegen, d.h. gemeinsame biografische Kategorien für den Datenabgleich festzulegen. Darüber hinaus bedeutet das Erstellen und Warten gemeinsamer Kategorien für die einzelnen Projekte zum Teil erheblichen Aufwand. Hier setzt das DDI-Modul dieses Projekts an, das die Daten von den einzelnen Projekten auf einem zentralen Server bündelt, dort anschliessend die Datenharmonisierung strukturiert vornimmt und die gemeinsamen Kategorien übersichtlich darstellt. Dadurch müssen die einzelnen Projekte ihre Datenbankstrukturen bzw. ihre biografischen Kategorien auf ihren lokalen Servern nicht anpassen und gewinnen zudem einen besseren Überblick zum Stand der Datenharmonisierung zwischen den einzelnen Projekten.