Lead
Das Humanitäre Völkerrecht regelt die Kriegsführung im Falle eines internationalen Krieges zwischen zwei Staaten und kennt im Kriegsfall zwei Personenkategorien: die Kombattanten - die Soldaten beider Kriegsparteien - und die Zivilisten. Die Kombattanten sind berechtigt, Kombattanten der gegnerischen Kriegspartei zu töten, und dürfen gleichzeitig von denselben getötet werden; dies zu fast jeder Zeit und in fast jeder Situation.

Lay summary

Ein Kombattant darf also auch von gegnerischen Kombattanten getötet werden, wenn er, beispielsweise, keine Waffe trägt, wenn er duscht, schläft oder gar temporär beurlaubt ist. 

Gemäss einer prominenten Rechtsauffassung reflektiert das Humanitäre Völkerrecht moralische Prinzipien und moralische Personenkategorien, welche in einem internationalen Krieg gelten, mit dem Ziel, vom Krieg betroffene Menschen zu beschützen und durch Krieg verursachtes menschliches Leid möglichst zu begrenzen. 

Der kategorische Rechtsstatus des Kombattanten, der seine Tötung durch den Gegner im internationalen Krieg fast allzeit erlaubt, scheint mit dem Anspruch, dass das Recht moralische Personenkategorien repräsentiert, nicht gut vereinbar zu sein. In erster Linie soll dieser potentiellen Inkonsistenz zwischen rechtlichem und moralischem Kombattantenstatus auf den Grund gegangen werden. Diese Untersuchung umfasst sowohl eine moralphilosophische Analyse des berechtigten Tötens im Krieg, als auch eine rechtliche Analyse des Kombattantenstatus und eine Analyse der Prinzipien des Humanitären Völkerrechts. Im Falle einer wissenschaftlich begründbaren Inkonsistenz zwischen Recht und Moral in Bezug auf den Kombattanten gilt es in einem zweiten Schritt, mögliche Gesetzesänderungen zu erarbeiten, die den rechtlichen Kombattantenstatus mit dem moralischen besser in Einklang bringen.