Lead
Das Projekt "Necessary Being. The Ontological Argument and the Metaphysics of Modality" widmet sich der Metaphysik der Modalität. Das primäre Interesse des Projekts gilt der Frage, ob es Dinge gibt, die nicht hätten existieren können.

Lay summary
Für unser alltägliches Umspringen mit der Welt wie für das wissenschaftliche Verständnis derselben sind Modalbegriffe unerlässlich. Wir gehen davon aus, dass uns mehrere Möglichkeiten offen stehen, wenn wir handeln. Wir halten unsere Handlungen für etwas, das genauso gut anders hätte geschehen können: für Kontingenzen. Oder aber wir gehen davon aus, dass ein bestimmter Naturvorgang nicht anders passieren kann oder eine bestimmte Gleichung nur diese und keine andere Lösung haben kann. Es handelt sich dabei um Gegenbenheiten, die nicht anders sein können: um Notwendigkeiten. Im Rahmen dieses Projekts wird die Frage gestellt, ob die Existenz von Dingen kontingent oder notwendig ist und, wenn ja, für welche Arten von Dingen was gilt. Die behandelte Kernfrage lautet sodann: Kann es notwendig existierende Dinge geben, und wenn ja, um welche handelt es sich dabei?
Um dieses Ziel zu erreichen, bedient sich das Projekt klassischer Autoren, deren Reflexionen es für gegenwärtige Fragestellungen fruchtbar macht: Descartes, Kant und Hegel. Diese Positionen werden im Rahmen des Projekts einerseits auf den Stand gegenwärtiger Logik und Metaphysik gebracht, andererseits kritisch reflektiert. In Auseinandersetzung mit diesen Autoren wird eine neuartige Position erarbeiten, die sich necessary contingentism nennt. Deren Kernthese lautet: Alles existiert kontingenterweise, und dies ist notwendigerweise der Fall. Für diese Position sprechen einerseits metaphysische, andererseits epistemologische Gesichtspunkte.