Lead
Digitale Technologien wie das Internet werden für die soziale Teilhabe immer wichtiger, da die Digitalisierung nicht nur auf technischer, sondern auch auf semantischer Ebene alle sozialen Gruppen durchdringt. Eine fehlende Teilhabe an dieser neuen, digital geprägten Gesellschaft führt zu neuen Formen sozialer Ungleichheit und sozialer Ausgrenzung. Betroffen sind hier in erster Linie ältere Menschen, da sie häufig nicht mit den neusten Technologien vertraut sind bzw. diese nicht nutzen. Bisher ist wenig darüber bekannt, ob und wie ältere Menschen sich subjektiv durch eine solche seltene Nutzung digitaler Technologien ausgeschlossen fühlen.

Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts
Das Forschungsprojekt untersucht die Konsequenzen der digitalen Transformation unseres Alltags am Beispiel der Frage, ob und wie sich ältere Menschen von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen fühlen, wenn sie keine bzw. nur selten neue Technologien nutzen. Insgesamt verfolgt das Projekt drei Hauptziele: (1) Untersuchung der erfahrenen Barrieren der Nutzung bzw. Nichtnutzung dieser Technologien im täglichen Leben, (2) die Erfassung der individuellen und subjektiven Gefühle von Ausgrenzung und deren Folgen sowie (3) die Analyse der Faktoren, die eine solche wahrgenommene Ausgrenzung beeinflussen. Dazu werden drei methodische Ansätze verfolgt: (a) Verwendung von bereits verfügbaren Umfragedaten, um die soziodemografischen Einflussfaktoren am Beispiel der Internetnutzung von Personen ab 60 Jahren zu identifizieren, (b) eine intensive Tagebuchstudie zur Erfassung der erlebten Ausgrenzungen älterer Menschen mittels einer Befragung dieser über einen längeren Zeitraum und (c) eine repräsentative Befragung von Personen über 18 Jahren in der Schweiz, um die sozialen Faktoren und Folgen einer solchen, subjektiv wahrgenommenen digitalen Ausgrenzung zu erheben und Altersgruppenunterschiede herauszufinden.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext
Das Projekt soll unser Verständnis darüber verbessern, wie sich digitale Technologien auf das tägliche Leben (älterer) Schweizerinnen und Schweizer und deren Gefühl einer sozialen Ausgrenzung auswirken. Das Projekt findet in einem Methodenmix aus alltagsnahen Beobachtungen, Sekundäranalysen und einer Bevölkerungsbefragung statt. Dieser vielversprechende Methodenmix soll zu neuen Erkenntnissen führen, welche die wissenschaftliche und öffentliche Diskussion über die Potenziale und Barrieren digitaler Technologien in der Schweizer Gesellschaft bereichern.