Lead
Schwermetalle, wie zum Beispiel Blei, Cadmium und Quecksilber sind toxische Schadstoffe, die den Menschen und die Umwelt schädigen können. Früheste signifikante anthropogene Emissionen von Schwermetallen aus dem Bergbau vermutet man vor über 6000 Jahren, der Beginn ist hingegen kaum erforscht. Heutzutage haben viele Länder das Aarhuser Luftreinhalteabkommen für Schwermetalle ratifiziert; es wurde jedoch von Russland und den meisten anderen Ländern der früheren SU (FSU) noch nicht unterschrieben. Obwohl in diesen Ländern auch heute noch grosse Mengen an toxischen Schwermetallen freigesetzt werden, ist das Ausmass nahezu unbekannt.

Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojektes

Unser Ziel ist es, die Schwermetallbelastung auf dem Gebiet der FSU in den letzten 7000 Jahren zu untersuchen. Hierfür werden wir Schwermetalle in 3 verschiedenen Eisbohrkernen aus dem Sibirischen und Mongolischen Altai analysieren. Basierend auf diesen Messungen werden wir a) den Beginn der Schwermetallbelastung durch den Menschen in diesem Gebiet erforschen und b) heutige Emissionen toxischer Schwermetalle quantifizieren.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext des Forschungsprojekts

Unser Projekt wird neue und wichtige Informationen über Schwermetallemissionen auf dem Gebiet der FSU liefern. Dieses Wissen ist zum einen essentiell für die Klärung der Frage nach dem Beginn des «Anthropozäns», dem Zeitalter, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist. Zum anderen dienen diese Ergebnisse der Verbesserung von nationalen Schwermetall-Emissionsstatistiken in den Ländern der früheren SU. Dies ist die Grundlage für die Einführung von Luftreinhaltemassnahmen zur Reduktion der Emissionen von toxischen Schwermetallen in diesen Ländern.