Lead
Unsere Werte werden von Faktoren beeinflusst, die nichts mit der Wahrheit zu tun haben. Mein Projekt untersucht, wie problematisch dies ist, insbesondere für die politische Meinungsbildung im Zeitalter sozialer Medien.

Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Moralische und politische Werte werden von Faktoren beeinflusst, die nichts mit der Wahrheit zu tun haben. Oft scheint das problematisch. Viele meinen beispielsweise, der Staat solle Reichtum stark besteuern. Entstammten sie aber einem libertären Milieu, würden sie wohl anders denken. Herkunft hat ihrerseits, obwohl sie uns stark beeinflusst, wenig mit der Wahrheit politischer Ansichten zu tun. Wie können wir uns somit gewiss sein, richtig zu liegen?

Mein Projekt untersucht in drei Schritten, wie gefährlich wahrheitsfremde Einflüsse für unsere Werte wirklich sind. Zuerst vergleiche ich diverse allgemeine Erklärungen dafür, was solche Einflüsse problematisch macht. Ich zeige, dass wir nur dann an uns zweifeln müssen, wenn unsere Wertvorstellungen beliebig erscheinen. Eine Fallstudie entwickelt den Ansatz dann weiter: soziale Medien wie Facebook beeinflussen die politische Meinungsbildung (z.B. die amerikanische Präsidentschaftswahl 2016) oft wahrheitsfremd. Schliesslich frage ich, wie man mit solchen Einflüssen umgehen soll. Ausgehend von der Fallstudie erarbeite ich Strategien für Wähler/Innen, politische Institutionen und den erkenntnistheoretischen Diskurs selbst.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Demokratie gedeiht nur, wenn sich Wähler/Innen über politische Sachverhalte informieren können. Soziale Medien drohen dies zu verunmöglichen. Deshalb ist es wichtig, die Risiken sozialer Medien für die politische Meinungsbildung genau zu untersuchen. Allein dann können wir gezielte Gegenmassnahmen einleiten. Mein Projekt leistet einen wichtigen Beitrag dazu, diese Risiken zu verstehen und einzudämmen.