Lead
Im Rahmen dieses Projektes wird untersucht, i) ob moralische Akteure empfindungsfähigen nichtmenschlichen Tieren gegenüber positive Pflichten (Hilfspflichten) haben; ii) wie diese Pflichten im Fall von Konflikten gewichtet werden sollen; und iii) wie diese Pflichten auf politischer Ebene institutionalisiert werden können.

Lay summary

Es besteht im Bereich der Tierethik ein Konsens, dass empfindungsfähige nicht-menschliche Tiere (im Folgenden: Tiere) aus moralischer Sicht um ihrer selbst willen zählen und dass moralische Akteure ihnen gegenüber gewisse Unterlassungspflichten (negative Pflichten) haben, wie beispielsweise die Pflicht, Tiere nicht unnötig zu schädigen. Die Frage, ob wir Tieren gegenüber unter Umständen positive Pflichten (Hilfs- und Unterstützungspflichten) haben, wurde in der philosophischen Literatur bisher weniger beachtet, und wenn, dann vorwiegend aus relationaler Sicht diskutiert. Das Ziel des Projektes Beastly Politics ist es, zu untersuchen, ob moralische Akteure Tieren (domestizierten Tieren, aber auch Wildtieren) unter Umständen positive Hilfspflichten schulden, und wenn ja, welchen Tieren gegenüber, was diese Pflichten beinhalten und was im Fall von konfligierenden Pflichten getan werden soll: welche Interessen und Pflichten müssen höher gewichtet werden? Zudem wird erörtert werden, ob die Pflichten Tieren gegenüber auf politischer Ebene implementiert werden sollten: wenn Tiere moralisch um ihrer selbst willen zählen, sollten dann nicht Mechanismen gefunden werden, um ihren Interessen auf politischer Ebene Rechnung tragen zu können? Es wird folglich untersucht werden, wie Tiere auf politischer Ebene repräsentiert werden können.