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Die Krebsentstehung wird durch verschiedene Hypothesen erklärt. Eine erste Hypothese besagt, dass Tumore aus bestimmten Untergruppen von Tumorzellen hervorgehen, den sogenannten Tumorstammzellen, die sich selbst erneuern und gesunden Stammzellen ähneln. Eine zweite wichtige Hypothese postuliert, dass Zellen die entartet sind durch das körpereigene Abwehrsystem erkannt und vernichtet werden; Tumore können daher nur im Falle eines Versagens dieser Immunüberwachung entstehen. Hier wird am Beispiel der menschlichen akuten myeloischen Leukämie die Verbindung zwischen diesen zwei Hypothesen untersucht.

Lay summary

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Die Krebsentstehung wird durch verschiedene Hypothesen erklärt. Eine erste Hypothese besagt, dass Tumore aus bestimmten Untergruppen von Tumorzellen hervorgehen, den sogenannten Tumorstammzellen, die sich selbst erneuern und gesunden Stammzellen ähneln. Eine zweite wichtige Hypothese postuliert, dass Zellen die entartet sind durch das körpereigene Abwehrsystem erkannt und vernichtet werden; Tumore können daher nur im Falle eines Versagens dieser Immunüberwachung entstehen. Hier wird am Beispiel der menschlichen akuten myeloischen Leukämie die Verbindung zwischen diesen zwei Hypothesen untersucht.

Inhalt und Ziele des Forschungsprojekts

Akute myeloische Leukämien (AML) werden durch sogenannte leukämische Stammzellen (LSZ) ausgelöst, die in vielen Fällen resistent gegenüber Chemotherapie-Behandlungen sind, und für Rückfälle der Erkrankung sorgen. Die Zusammenhänge zwischen menschlichen LSZ und ihrer Fähigkeit, sich vor Immunzellen zu schützen sind bisher weitestgehend unerforscht. 

Vorbereitende Arbeiten zum vorliegenden Projekt haben gezeigt, dass Moleküle der NKG2DL Familie, welche Zielzellen durch Immunzellen vom Natural Killer (NK) Subtyp angreifbar machen, auf bestimmten Untergruppen von Leukämiezellen ausgeschaltet sind. Hier untersuchen wir, ob diese sogenannten NKG2DL-negativen Untergruppen ebenfalls Stammzelleigenschaften aufweisen, bzw. als LSZ identifiziert werden können. Des Weiteren untersuchen wir, ob und wie LSZ der Überwachung durch NK Zellen entkommen können, und wie ihre Erkennbarkeit durch NK Zellen gesteigert werden kann.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext des Forschungsprojekts

Unsere Erkenntnisse könnten zwei wichtige Hypothesen der Krebsentstehung zusammenführen, die Tumorstammzellhypothese und die Hypothese des Entkommen bezüglich Immunüberwachung. Die Identifizierung von Methoden für eine verbesserte Erkennung der LSZ durch NK Zellen könnte die Behandlung der akuten myeloischen Leukämien entscheidend verbessern.