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Naturalisierte Metaphysik als minimale Ontologie der physikalischen Welt

Lay summary

Jede Theorie über die Welt betrachtet bestimmte Dinge als fundamental. Alle anderen Dinge im Gegenstandsbereich der Theorie werden dann durch die als fundamental betrachteten Dinge erklärt. Wenn es um die natürliche Welt geht, ist es sinnvoll, sich der Physik zuzuwenden, um Aussagen über fundamentale Dinge zu machen. Das jedenfalls ist der Ausgangspunkt des als naturalisierte Metaphysik bekannten Forschungsprogramms. Die Frage nach dem Fundamentalen kann dann so formuliert werden: Welche ontologischen Festlegungen sind minimal hinreichend, um zu verstehen, was uns die Physik über die Welt sagt? Das Projekt beantwortet diese Frage mit den folgenden beiden Hypothesen:

(1) Es gibt Abstandsrelationen, die einfache Objekte individuieren, nämlich Materiepunkte.

(2) Die Materiepunkte sind beständig, während die Abstandsrelationen sich ändern.

Diese Hypothesen auszuarbeiten erfordert zum einen eine detaillierte Argumentation, wie unsere physikalischen Theorien von ihnen aus verstanden werden können. Das geschieht in dem Projekt mit Fokus raum-zeitlichen Relationalismus sowohl in Bezug auf die Relativitäts- wie die Quantenphysik. Des Weiteren erfordert es eine Theorie dessen, wie Naturgesetze und wissenschaftliche Erklärungen auf diesen Hypothesen aufgebaut werden können. Das geschieht in diesem Projekt durch die weitere Entwicklung einer “Super-Humeanismus” genannten Position. Schliesslich geht das Projekt auch auf Grenzen naturwissenschaftlicher Erklärungen in Bezug auf Themen wie freien Willen oder generell das Mentale ein.