Lead
Der plötzliche Herztod ist ein erschütterndes Ereignis, unerwartet und tragisch. Trotz vieler Fortschritte in der Diagnostik, bleibt nahezu die Hälfte der plötzlichen Herztodesfälle ungeklärt. So stellt die Möglichkeit einer autoimmunen Ursache ein hochinteressantes, bislang noch unerforschtes Gebiet.

Lay summary

Inhalt und Ziele des Forschungsprojekts

Herzrhythmusstörungen sind einer der Hauptursachen für den plötzlichen Herztod. Strukturelle Herzerkrankungen und angeborene Ionenkanalerkrankungen tragen entscheidend zu potentiell lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen bei. Vorangehende Arbeiten haben gezeigt, dass Autoantikörper die elektrische Herzaktivität beeinflussen können. Welche Rolle Autoantikörper gegen Ionenkanäle des Herzens beim plötzlichen Herztod spielen, wurde bislang noch nicht untersucht und stellt den ersten Teil des vorliegenden Projektes dar.

Einer der zugrundeliegenden Ursache des plötzlichen Herztodes insbesondere bei jungen Menschen ist das Long QT Syndrom. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer Störung in der Weiterleitung elektrischer Impulse im Herzen, welche mit einer erhöhten Anfälligkeit für lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen einhergeht. Eigene Vorarbeiten deuten darauf hin, dass Autoantikörper gegen das sogenannte KCNQ1 Kaliumkanal diese Störung beheben können. So befasst sich der zweite Teil des Projektes mit der Charakterisierung von KCNQ1 Antikörper im Hinblick auf einen therapeutischen Ansatz für Patienten mit einem Long QT Syndrom.

 

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext des Forschungsprojekts

Die vorliegende Arbeit verbindet sowohl klinische als auch Grundlagenforschung und zielt darauf die Lücke zwischen Elektrophysiologie und Immunologie zu überbrücken. Das Projekt trägt entscheidend zum besseren Verständnis der Auswirkung von Antikörpern bei. Der Erkenntnisgewinn ermöglicht nicht nur eine personalisierte Medizin, er kann potenziell lebensrettend sein.