Lead
Zika ist ein von Mücken übertragenes Virus und hat in Brasilien sowie anderen lateinamerikanischen Ländern und der Karibik grosse Epidemien verursacht. Mitte bis Ende 2015 haben Ärzte in Brasilien darauf hingewiesen, dass es möglicherweise einen Zusammenhang geben könnte zwischen Zika, der unerwarteten Zunahme von Babys, welche mit viel zu kleinen Köpfen geboren werden (Mikrozephalie) und Erwachsenen mit dem Guillan-Barré Syndrom (GBS), einer Lähmung ausgelöst durch bestimmte Infektionen.

Lay summary

Inhalt und Ziele des Forschungsprojekts

Wir haben, gestützt auf einer selektiven Literaturrecherche, eine systematische Übersichtsarbeit (Review) zum Thema Zika-Virus und dessen Auswirkungen durchgeführt. Die Ergebnisse wurden in einem „Causality Framework“ strukturiert dargestellt. Basierend auf unseren Erkenntnissen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im September 2016 die Schlussfolgerung gezogen, dass das Zika-Virus angeborene Gehirnanomalien verursachen und der Auslöser für GBS sein könnte. Es gibt jedoch noch viele ungeklärte Fragen. Neue Forschungsergebnisse zum Zika-Virus und dessen Auswirkungen werden fast täglich veröffentlicht. Im aktuellen Projekt entwickeln wir eine „lebende systematische Übersichtsarbeit“ zum Zika-Virus. Eine web-basierte Plattform geht die Forschungsergebnisse systematisch durch und ermöglicht eine der Echtzeit entsprechende online Aktualisierung des „Causality frameworks“. Wissenslücken zum Zika-Virus und dessen Auswirkungen auf eine Schwangerschaft, auf neurologische Störungen und zu sexueller Übertragbarkeit können so geschlossen werden. Wir entwickeln zudem Protokolle, um verschiedenen Studienleitern das Zusammentragen ihrer Daten zu ermöglichen und unsere Einschätzung des relativen Risikos der durch das Zika-Virus angeborene Anomalien und neurologische Krankheiten zu verbessern.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext des Forschungsprojekts

Der Ausbruch angeborener Anomalien, einschliesslich Mikrozephalie und GBS ist eine gesundheitliche Notsituation von internationaler Bedeutung. Das Zika-Virus wurde seit 2015 in 67 Ländern übertragen. Wir arbeiten mit der WHO zusammen, um Instrumente für die rasche laufende systematische Beurteilung bereitzustellen und die neusten Erkenntnisse zum Zika-Virus und dessen gesundheitliche Auswirkungen zusammentragen. In der Zukunft können die Methoden, welche wir entwickeln, auf verschiedene neue epidemische Infektionskrankheiten angepasst werden.