Lead
Adaptive Mensch-Computer-Schnittstellen können die Interaktion mit digitalen Karten signifikant vereinfachen, beispielsweise bei der Navigation, der Informationssuche, oder für Nutzer mit körperlichen Einschränkungen. Ein Kartensystem, welches das Informationsbedürfnis seiner Nutzer schnell und akkurat erkennt, könnte bestimmte Karteninhalte ein- bzw. ausblenden und somit die Effektivität und Effizienz der Interaktion erhöhen. Da Karten weitestgehend visuell wahrgenommen und exploriert werden, liegt die Vermutung nahe, dass das Blickverhalten - gemessen durch "Eye Tracker" genannte Kamerasysteme - zur Erkennung der Intentionen und Aktivitäten, und somit als Auslöser für Kartenadaption genutzt werden kann.

Lay summary

Ziele des Forschungsprojekts

Das Hauptziel des Forschungsprojekts besteht in der Erforschung von Methoden zur Erkennung von Aktivitäten und Intentionen aus visuellem Verhalten bei der Interaktion mit Karten. Hierbei werden die folgenden Fragestellungen beantwortet:

1. Kann man aus dem Blickverhalten eines Kartennutzers auf dessen Aktivität bzw. Intention, und somit auf sein Informationsbedürfnis Rückschluss ziehen (z.B. Routenplanung, Suche nach einem Restaurant)?

2. Wie gestaltet man eine hilfreiche Kartenadaption?

3. Wie ist die allgemeine Nutzerakzeptanz bzgl. blickbasierter Intentionserkennung auf Karten einzuschätzen?

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext des Forschungsprojekts

Das Projekt wird neue informatische Ansätze zur Erkennung von Intentionen aus Blickdaten bei der Nutzung von Karten entwickeln. Diese Ergebnisse werden sowohl einen Einfluss auf zukünftige Standards im Bereich Mensch-Computer-Interaktion haben, als auch den Methodenkatalog der künstlichen Intelligenz zur Erstellung von Assistenzsystemen erweitern. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse über das Verhalten und die Intentionen von Menschen bei der Nutzung digitaler Karten werden eine wertvolle Grundlage für weitere Forschungen im Bereich der Raumkognition darstellen.