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Die Blut-Stammzelltransplantation (SZT) wird oft erfolgreich zur Behandlung von Leukämien und anderen Erkrankungen des Blutzellsystems eingesetzt. SZT Empfänger können jedoch eine chronische Autoimmunität entwickeln. Das Projekt studiert in Tiermodellen die hierfür zugrundeliegenden Mechanismen und erforscht Wege, wie ein solcher Defekt verhindert werden könnte.

Lay summary

Titel des Forschungsprojekts

Mechanismen der zentralen Toleranzinduktion in der Blutstammzell-Transplantation

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Die Blut-Stammzelltransplantation (SZT) wird oft erfolgreich zur Behandlung von Leukämien und anderen Erkrankungen des Blutzellsystems eingesetzt. SZT Empfänger können jedoch eine chronische Autoimmunität entwickeln. Das Projekt studiert in Tiermodellen die hierfür zugrundeliegenden Mechanismen und erforscht Wege, wie ein solcher Defekt verhindert werden könnte. 

Inhalt und Ziele des Forschungsprojekts

Leider ist die heutige SZT Therapie immer noch mit Komplikationen verbunden. Sowohl die unverzichtbare prätransplantäre Konditionierung als auch die posttransplantäre Entwicklung einer akuten Graft-versus-Host Erkrankung (GVHD) stören unter anderem die normale Thymusfunktion, welche für die Wiederherstellung der T-Zellimmunität notwendig wäre. Zudem entwickelt ein Teil der Patienten im Nachgang der akuten GVHD eine Autoimmunerkrankung ('chronische GVHD'). Das Wissen bezüglich der Entstehung der Autoimmunität ist jedoch rar. Wir glauben, dass die Herstellung der Immuntoleranz gegenüber eigenem Körpergewebe, welche im Thymus geschieht (sogenannte "zentrale Toleranz"), durch die Konditionierung und die akute GVHD gestört ist. Das Projekt möchte diese Hypothese prüfen, die zugrundeliegenden Mechanismen erfassen und zudem Interventionen betrachten, welche die posttransplantäre zentrale Toleranz verbessern könnten.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext des Forschungsprojekts

Neben einer grundlagenwissenschaftlichen Bedeutung für die Transplantationsimmunologie könnte die Anwendung der Ergebnisse unserer Studie von klinischer Bedeutung sein, da sie auf eine Vermeidung der posttransplantären Autoimmunität abzielen. Eine Verminderung der Fallzahlen von Autoimmunerkrankungen wäre auch von ökonomischen Interesse, da diese kostenintensive Behandlungen bedingen.

Key words

Blut-Stammzelltransplantation, Konditionierung, Graft-versus-Host Erkrankung, Toleranz, Thymus, Autoimmunität