Lead
Die Sprache in SMS wird von aussen oftmals als unvollständig oder defizitär wahrgenommen. Das Projekt untersucht mit sprachwissenschaftlichen Mitteln, wie oft und in welcher Form es in schweizerdeutschen SMS zu grammatischen Auslassungen kommt und welche Ursachen diesen zugrunde liegen.

Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts 

Das Projekt ist Teil des übergreifenden Sinergia-Projekts sms4science, das sprachliche Merkmale der Kommunikation per SMS anhand eines 25‘947 Nachrichten umfassenden Korpus in allen vier Landessprachen untersucht. Der Fokus des Projekts liegt auf 4000 schweizerdeutschen SMS, die daraufhin analysiert werden, ob sie Ellipsen in Form strukturell-grammatischer Auslassungen aufweisen. Dabei interessieren die Fragen, in welcher Form die Ellipsen auftreten, wie häufig sie sind, und welche Ursachen ihnen zugrunde liegen. Das Projekt bezieht zudem die Kommunikation über WhatsApp mit ein, die in den letzten Jahren die SMS abgelöst hat und derzeit die mobile Kommunikation über weite Strecken dominiert.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext 

Die sprachwissenschaftliche Untersuchung der schweizerdeutschen SMS-Nachrichten mithilfe quantitativer und qualitativer Analysemethoden leistet einen Beitrag zur Frage, inwiefern das dialektale Schreiben in SMS und WhatsApp zu Sprachwandelphänomenen beitragen kann und ob dadurch neue Schreibpraktiken enstehen bzw. im Entstehen begriffen sind.