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Gebirgsbildungsprozesse der Alpen im plattentektonischen 4D-Raum-Zeit-KontextDie Alpen und ihr näheres Umfeld sind ein ideales natürliches Laboratorium zum Studium von früheren und heutigen Prozessen der Gebirgsbildung und gleichzeitig ist dies eines der dichtest besiedelten Gebiete von Europa mit signifikanter Erdbebenaktivität. Das Verständnis des komplexen Zusammenspiels von Prozessen und Strukturen beobachtbar an der Erdoberfläche bedingt das Verständnis der plattentektonischen Kräfte im Erdinnern, welche sich im Laufe der Entwicklung der Alpen langsam verändern.

Lay summary

Inhalt und Ziele

 

Basierend auf den Expertisen der beteiligten Forschungsgruppen zielen die vier Teilprojekte auf (1) die detailierte Erfassung der 3D Tiefenstruktur des Alpenraumes sowie der Strömungen im darunterliegenden Erdmantel bis in 670km Tiefe; (2) eine Synthese der geophysikalischen und geologischen Informationen zur Gebirgsbildung der Alpen in einem kinematischen 3D Modell, welches die zeitabhängige Massenbilanz von der Subduktion bis zur Erosion der Oberflächengesteine miteinbezieht; (3) die Erfassung und Modellierung der Entwicklung der Topographie der Alpen; (4) numerische geodynamische Modellierung der Evolution des Alpenraumes der letzten 35 Mio Jahre und deren Zusammenhänge mit der Seismizität.

 

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

 

Das Projekt fördert unser fundamentales Verständnis der Gebirgsbildung und der damit verbundenen plattentekonischen Prozesse. Neben den bekannten gebirgsspezifischen natürlichen Gefahren wie Muhrgänge und Bergstürze ist auch die Erdbebengefährdung innerhalb und im Umfeld der Alpen charakteristisch und mit den gebirgsbildenden Prozessen eng verknüpft. Unser Projekt soll einen wichtigen Beitrag liefern zum besseren Verständnis der Erdbebengefährdung im Alpenraum.