Lead
Im Rahmen der Energiestrategie 2050 des Bundesrates stellt sich die Schweiz den Herausforderungen der Energiewende. Teil der Umsetzung soll unter anderem ein Anreizsystem für einen Wandel im Verhalten aller Teilnehmenden am Energiemarkt sein. Dabei spielen neue Konsummuster von Privatpersonen - z.B. das Teilen von Gütern - eine wichtige Rolle. „Collaborative consumption“ oder „sharing economy“ sind in diesem Zusammenhang immer häufiger anzutreffende Begriffe für solche eher neuartigen Konsummuster.

Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Der beim kollaborativen Konsum im Zentrum stehende Gedanke des Teilens von Gütern wird oftmals mit nachhaltigerem und/oder energiegünstigerem Verhalten in Verbindung gebracht. Airbnb, ricardo, Mobility Carsharing oder auch neuere Unternehmungen wie pumpipumpe.ch, Uber oder sharoo etc. sind Beispiele, welche auf diesem Grundgedanken aufbauen. Auch die Forschung beschäftigt sich zunehmend mit der Nachhaltigkeit dieser Konsumform, wobei dem Thema Energieeinsparung vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Studien zum Carsharing von Mobility-Kunden zeigen, dass Energieeinsparungen möglich sind, aber auch die Gefahr besteht, dass die Angebote bei einem Teil der NutzerInnen zu einem Mehrverbrauch von Energie führen können. Für ein besseres Verständnis des Teilens von Gütern in Bezug auf den Energiebedarf müssen deshalb umfassendere Studien durchgeführt werden. Hier setzt dieses Projekt an.

Anhand von Beispielprodukten, welche aufgrund der Produktkategorie, des Energiesparpotentials und der Verbreitung ausgesucht werden, werden fördernde und hemmende Faktoren des kollaborativen Konsums in der Politik, Wirtschaft und bei Privatpersonen untersucht. Berücksichtigt werden dabei stets die Angebots- wie auch die Nachfrage-Seite. Daraus lassen sich mögliche Umsetzungsmassnahmen ableiten und deren Wirkung experimentell testen.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Dieses Projekt wird anhand politischer, ökonomischer und sozialpsychologischer Forschungszugängen die Frage beantworten, wie hoch das Energiesparpotential durch den kollaborativen Konsum von bestimmten Produkten ist und mit welchen Massnahmen dieses Potential ausgeschöpft werden kann. Somit leistet es einen Beitrag zur Erreichung der Energiestrategie 2050.