Lead
Ziel des Projekts ist die Bereitstellung eines Nachschlagewerks zur Philosophie in der islamischen Welt im 19. und 20. Jahrhundert. Dieses Nachschlagewerk wird den vierten und abschliessenden Band des "Grundriss der Geschichte der Philosophie: Philosophie in der islamischen Welt" bilden. Die vier B√§nde stehen im Gesamtrahmen einer Neubearbeitung des von Friedrich Ueberweg im 19. Jahrhundert begr√ľndeten Grundriss der Philosophie insgesamt.

Lay summary

Mit seinem Fokus auf die Philosophie in der islamischen Welt im 19. und 20. Jahrhundert betritt das Projekt in vielerlei Hinsicht wissenschaftliches Neuland. Nicht nur hat die Philosophie in der islamischen Welt trotz ihrer Wichtigkeit im untersuchten Zeitraum bislang in der Forschung wenig Aufmerksamkeit erhalten. Auch die thematische und geographische Breite, die abgedeckt wird, ist neu: Neben der Rekonstruktion von Lehren einzelner Philosophen sowie philosophischer Strömungen (z.B. Darwinismus, Existenzialismus, Religionsphilosophie etc.) kommen das Philosophieverständnis und die Fortführung der philosophischen Begriffsbildung zur Sprache, die Rezeption europäischer Philosophie, der intellektuelle Austausch innerhalb der islamischen Welt, sowie die politischen, gesellschaftlichen und institutionellen Rahmenbedingungen, in welche die Philosophie eingebunden ist.

Die vier Hauptkapitel „Arabischsprachiger Raum“, „Osmanisch-türkischer Raum und Türkei“, „Iran“ und „Muslimisches Südasien“ decken das gesamte geographische Gebiet ab, das gemeinhin als „islamische Welt“ bezeichnet wird.

Da zur Philosophie in der islamischen Welt im 19. und 20. Jahrhundert noch wenig geforscht wurde, kann dieser Band auch Forschungspisten aufzeigen und Desiderate benennen. Über den akademischen Bereich hinaus macht es Aspekte der islamischen Welt sichtbar, die bislang auch in öffentlichen Diskussionen nur begrenzt zur Kenntnis genommen wurden.

Der Band IV steht unter der Federführung von Prof. Dr. Anke von Kügelgen (Bern) und wird von Prof. Dr. Ulrich Rudolph (Zürich) mitherausgegeben. Die einzelnen Themengebiete werden von insgesamt 13 Autoren aus 6 Ländern im Austausch mit Philosophen und Philosophiehistorikern der Untersuchungsgebiete bearbeitet. Methodisch lässt sich das Projekt der Ideengeschichte zuordnen.