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Tod unter GendervorzeichenSchon das grammatische Geschlecht von „Tod“, „thanatos“, „mors“ differiert in alten und heute gesprochenen Sprachen und gibt einen ersten Hinweis, dass Vorstellungen vom Tod gendergeprägt sind. Aber auch die konkreten Einstellungen zum und Erfahrungen mit dem Tod sind für Männer und Frauen durchaus nicht gleich, sondern geschlechtsspezifisch verschieden. Diese Genderkomponenten des Todes werden jedoch bislang kaum wahrgenommen und nicht berücksichtigt.

Lay summary
Das Forscherinnenteam besteht aus vier Berner Professorinnen der Theologie, die Schwerpunkte in der Genderforschung haben und von ihrer jeweiligen theologischen Fachdisziplin aus (Bibelwissenschaft, Kirchengeschichte, Systematische Theologie/Dogmatik, Praktische Theologie/Seelsorge) die Zusammenhänge von „Gender und Tod“ untersuchen. Das Ziel des gesamten Projekts ist die Erstellung eines theologischen Kompendiums zu „Gender und Tod“. Das Projekt ist vorrangig theologisch intradisziplinär, zugleich aber interdisziplinär anschlussfähig und vernetzt. Folgende Dissertationsprojekte werden durchgeführt: 1. „Suizid im Alten Testament. Eine genderorientierte Studie“. Die Dissertation wird u.a. der Frage nachgehen, warum Suizid im Alten Testament prinzipiell nur Männern und nie Frauen zugeschrieben wird. 2. „Nekrologien und Thanatographien als identitätsstiftende und gegenderte Erinnerungspolitik, am Beispiel des deutschen und schweizerischen Altkatholizismus (1871-1924)“. Die kirchenhistorische Dissertation untersucht anhand verschiedener nekrologischer Gattungen Lebensbeschreibungen von (kanonisierten) Verstorbenen. 3. „Stille Geburt in eschatologischer Perspektive“. Die systematisch-theologische Dissertation fokussiert die eschatologischen Hoffnungen einer Vollendung des Lebens jenseits des Todes auf die Situation pränatal „stillgeborener“ Kinder und ihrer verwaisten Mütter (und Väter).