Lead
Störungen bei der Empfindung der Selbstbewegung treten unter 3 Bedingungen auf: (1) Die Informationsströme signalisieren unterschiedliche Selbstbewegung, z.B. beim Lesen auf einer Passfahrt. (2) Die Informationsströme stimmen nicht mit der erwarteten Bewegung überein, z.B. beim Betreten einer gestoppten Rolltreppe. (3) Der Körper dreht sich asynchron um mehr als eine Achse, z.B. in Neigezügen, wenn die Bewegungsempfindung nicht mit der effektiven Bewegung übereinstimmt.

Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts 

Dieses Projekt betrifft die 3. Art der gestörten Bewegungsempfindung. Die kritischen Parameter, welche zu Reisekrankheit (Kinetose, engl. motion sickness) führen, sollen über die Messung der 3D Augenbewegungen identifiziert werden. Folgende Hypothesen-Abfolge liegt den Experimenten zugrunde: (1) Gewisse Selbstbewegungstrajektorien können vom Hirnstamm / Kleinhirn nicht richtig interpretiert werden. (2) Die Empfindung der Selbstbewegung widerspricht der effektiven Selbstbewegung. (3) Die Differenz zwischen der effektiven Selbstbewegung und reflektorische Augenbewegungen reflektiert den Fehler bei der neuralen Rekonstruktion der Selbstbewegung (“neurale Desorientierung”). 3 Klassen von Experimenten werden durchgeführt: (1) Simulation von verschiedenen Neigezugtechniken. (2) Vergleich von komplexen aktiven (z.B. Treten an Ort) und passiven (gleiche Trajektorien) Selbstbewegungen. (3) Stabilität der Augenposition nach komplexen Oszillation der Unterlage.

 

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext des Forschungsprojekts

Das Projekt wird Mechanismen aufdecken, wie komplexe Bewegungssignale zu Reisekrankheit führen. Die Erkenntnisse können bei der Steuerung von schnellen Verkehrsmitteln direkt angewendet werden und dienen somit der Prävention von Reisekrankheit.