Lead
Karstwasser, eine Wasserressource für die Zukunft? Wie können Grundwasservorkommen in Karstregionen wie dem Jura oder den Voralpen nachhaltig bewirtschaftet werden, unter Bedingungen von Klimawandel, erhöhter Ausbeutung des Bodens durch Landwirtschaft und Urbanisierung und einer vielfältigeren Nutzung des Untergrundes selbst (Trinkwasser, Geothermie, verschiedene Infrastrukturen)?

Lay summary

Hintergrund
Mit 120 km3 Wasserreserve und 6 bis 8 km3/Jahr an jährlichem Wasservorrat stellen die Karstaquiferen in der Schweiz etwa 80% der Wasserreserve und 50% des Grundwasservorrats dar. Karstaquiferen haben Eigenschaften, die sich wesentlich von denen anderer Aquiferen unterscheiden und sind in der Schweiz kaum untersucht: Es gibt weder Karten noch Studien, die Karstaquiferen systematisch beschreiben.
Welche Auswirkungen werden folgende Entwicklungen auf Karstaquiferen haben?
- Klimaveränderungen, die zunehmend eine Anpassung unseres Trinkwasserversorgungssystems erfordern.
- Tunnelbau, verschiedene Bohrungen (zum Beispiel für die Nutzung von Wärme aus dem Untergrund).
- Suche nach Wasser zur Elektrizitätsproduktion.
- Die Infiltrierung mit Sauberwasser von mehr oder weniger kontrollierter Quantität und Qualität.

Ziel
Ziel dieses Projektes ist die Etablierung eines nationalen Inventars der Karstaquiferen. Eine pragmatische, praxisorientierte Dokumentation wird ausgearbeitet. Der methodische Ansatz kombiniert dreidimensionale Modelle mit geologischen und hydrologischen Daten. Verschiedene reale Nutzungsbeispiele werden ebenfalls berücksichtigt, um das Konzept an Bedürfnisse aus der Praxis und an Nutzungskonflikte anpassen zu können. Auf diese Weise kann Information auf nationaler Ebene gebündelt werden, mindestens auf dem Niveau der grossen Karstaquiferen.

Bedeutung
Die Resultate dieses Projektes stellen eine nützliche Basis dar, um Karstaquifere nachhaltig zu bewirtschaften. Dies ist nur denkbar, wenn ein Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Nutzungsformen einerseits und der natürlichen Funktion dieses Systems andererseits erreicht werden kann. Die Resultate werden sowohl staatlichen Stellen als auch interessierten Kreisen aus der Privatwirtschaft (z. B. Elektrizitätswirtschaft) und der Allgemeinheit zugänglich gemacht.