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Lay summary
Entgegen der verfassungsrechtlichen Norm war das Schweizer Bürgerrecht lange Zeit nicht unverlierbar. Bis 1952 haben Schweizerinnen bei der Heirat eines Ausländers in der Regel ihr Bürgerrecht verloren und zwischen 1940/41 und 1948 konnten aufgrund von Vollmachtenbeschlüssen Frauen wie Männer aus politischen Gründen und ferner diejenigen Frauen, die durch Heirat naturalisiert worden waren, aufgrund sogenannter Scheinehen ausgebürgert werden. Das Projekt verfolgt in zwei Teilen Regel und Ausnahme der Denaturalisation, um am Beispiel des Verlusts des Bürgerrechts dessen geschlechterspezifischen Bedeutungen aufzuklären.
Die Teilprojekte zur Ausheirat und Ausbürgerung untersuchen als leitende Forschungsfragen die Rechtsetzung und den Rechtswandel im Fall des Bürgerrechtsverlusts, die damit verbundene behördliche Praxis der Rechtsanwendung in Bund und Kantonen und die Frage der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Folgen der Denaturalisation für die betroffenen Frauen und Männer. In allen diesen Hinsichten werden öffentliche Thematisierungen sowie trans- und internationale Dimensionen des Bürgerrechtsverlustes berücksichtigt.
Das Projekt schliesst in ergänzender und vertiefender Weise die Forschungen zu den gleichnamigen, vom SNF geförderten Projekt (No. 101411-102013) ab.