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Stationäre Erziehungshilfen im Persönlichen Leben (StePLife)

English title Residential Care in Personal Life
Applicant Köngeter Stefan
Number 197347
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Institut für Soziale Arbeit und Räume Fachhochschule St. Gallen FHO Fachhochschule Ostschweiz
Institution of higher education Eastern Switzerland University of Applied Sciences - OST
Main discipline Social work
Start/End 01.04.2021 - 31.03.2025
Approved amount 1'047'724.00
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Keywords (8)

soziale Beziehungen; Längsschnittstudie; Persönliches Leben; Heimerziehung; Veränderungsprozesse; Wohnorte; Wohlbefinden; stationäre Erziehungshilfen

Lay Summary (German)

Lead
Stationäre Erziehungshilfen, und hierin besonders das Feld der Heimerziehung, werden in den letzten beiden Jahrzehnten zunehmend kritisch beurteilt. Dazu haben sowohl Forschungen zur Aufarbeitung der Heimgeschichte als auch eine erhöhte gesellschaftliche Sensibilität für Kinderrechte und Kindeswohlgefährdung beigetragen. Diese Entwicklungen zeigen die Notwendigkeit, jungen Menschen in stationären Erziehungshilfen als Akteurinnen und Akteure ihres persönlichen Lebens zu begreifen und nach den Veränderungen des persönlichen Lebens der jungen Menschen zu fragen.
Lay summary

Die vierjährige Längsschnittstudie untersucht Aspekte des persönlichen Lebens von jungen Menschen (12-17 Jahren), die in Heimen in der Schweiz platziert sind. Das persönliche Leben bezeichnet dabei einen Zusammenhang von sozialen Beziehungen und Wohnorten, in dem ein Gefühl von Identität, Zugehörigkeit und Verbundenheit durch eine Person hergestellt wird. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage, wie junge Menschen durch die stationären Erziehungshilfen ihr persönliches Leben in Bezug auf die beiden Dimensionen soziale Beziehungen und Wohnorte verändern. Mit einem Blickwechsel weg von den jungen Menschen als zu verändernde Objekte hin zu den jungen Menschen als Akteurinnen und Akteure ihres persönlichen Lebens geht es darum, wie die jungen Menschen Erfahrungen im Heim nutzen, um ihr persönliches Leben zu verändern und welche Folgen dies für ihr Wohlbefinden hat.

Die Studie leistet einen Beitrag, die Veränderungen im persönlichen Leben junger Menschen im Heim besser verstehen zu können und Heime zukünftig so zu gestalten, dass diese Erfahrungen von den jungen Menschen in positiver Weise Teil ihres persönlichen Lebens werden können.

Direct link to Lay Summary Last update: 22.10.2020

Responsible applicant and co-applicants

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Project partner

Abstract

Stationäre Erziehungshilfen, und hierin besonders das Feld der Heimerziehung, werden in den letzten beiden Jahrzehnten sowohl in der Gesellschaft als auch in den Sozialwissenschaften zunehmend kritisch beurteilt. Dazu haben sowohl Forschungen zur Aufarbeitung der Heimgeschichte als auch eine erhöhte gesellschaftliche Sensibilität für Kinderrechte und Kindeswohlgefährdung beigetragen. Diese Entwicklungen zeigen die Notwendigkeit, jungen Menschen in stationären Erziehungshilfen als Akteurinnen und Akteure ihres persönlichen Lebens zu begreifen. Die vierjährige Längsschnittstudie «Stationäre Erziehungshilfe im persönlichen Leben» (StePLife) setzt hier an und untersucht Veränderungen des persönlichen Lebens von jungen Menschen (12-17 Jahren), die in den stationären Erziehungshilfen in der Schweiz platziert sind. Das persönliche Leben bezeichnet dabei einen Zusammenhang von sozialen Beziehungen und Wohnorten, in dem ein Gefühl von Identität, Zugehörigkeit und Verbundenheit durch eine Person hergestellt wird. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage, wie junge Menschen durch die stationären Erziehungshilfen ihr persönliches Leben in Bezug auf die beiden Dimensionen soziale Beziehungen und Wohnorte verändern. Forschungen zu den stationären Erziehungshilfen haben sich bisher vor allem auf Wirkungen und Wirkungsvoraussetzungen konzentriert oder Einbettung und Folgen von Heimaufenthalten in den Lebensläufen der jungen Menschen biografieanalytisch untersucht. Zahlreiche Ergebnisse dieser Studien deuten auf die Relevanz sozialer Beziehungen und Wohnorte hin. In bisherigen Forschungen wurde allerdings das erklärende Potenzial, das diese Dimensionen im Hinblick auf die Veränderungsprozesse haben, noch nicht ausreichend analysiert. In der Studie StePLife werden diese relevanten Dimensionen des persönlichen Lebens erstmals in den Mittel-punkt gerückt und dabei die Relationierung der sozialen Beziehungen und der Wohnorte in den stationären Erziehungshilfen mit denen ausserhalb untersucht. Das Ziel der Untersuchung ist es also, mit einem Blickwechsel weg von den jungen Menschen als zu verändernde Objekte hin zu den jungen Menschen als Akteurinnen und Akteure ihres persönlichen Lebens den Hilfeprozess in der Heimerziehung sichtbar zu machen. Dies erfolgt mit Hilfe einer Längsschnitterhebung, in der über 24 Monate hinweg junge Menschen in drei Wellen standardisiert face-to-face befragt werden. Neben den Dimensionen soziale Beziehungen und Wohnorte werden auch die Bedingungen für das persönliche Leben (aktuelle Wohngruppe, Herkunftsfamilie, bisherige Platzierungen, Verhaltensmuster etc.) und die Folgen für deren Wohlbefinden (Lebenszufriedenheit etc.) abgefragt. Die Studie leistet somit einen Beitrag, die Veränderungen im persönlichen Leben der jungen Menschen besser verstehen zu können und aufzuzeigen, welche Bedingungen Einfluss auf diese Veränderungen haben und wie sich damit auch deren Wohlbefinden verändert. Diese Ergebnisse versprechen schliesslich auch Hinweise für die professionelle Gestaltung der Hilfeform, da sie die Blackbox der Veränderungsprozesse selbst und nicht nur die erwünschte Wirkung in den Blick nimmt. Damit leistet die Studie auch einen Beitrag dazu, die jungen Menschen als Akteurinnen und Akteure ihres persönlichen Lebens zu begreifen, das von der gleichzeitigen Einbettung in mehrere Wohnorte und Beziehungsnetze geprägt ist. Dies stellt eine wichtige Voraussetzung dar, um stationäre Erziehungshilfen so weiter zu entwickeln, dass sie dieser Komplexität des persönlichen Lebens Rechnung tragen können.
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