Project

Back to overview

Jugenddelinquenz, Cyber-Aggression und politischer Extremismus in der Schweiz, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Nord-Mazedonien und Serbien - Der 4. International Self-report delinquency Survey

English title Juvenile delinquency, cyber-aggression and political extremism in Switzerland, Bosnia & Herzegovina, Kosovo, North-Macedonia and Serbia - The 4th International self-report delinquency survey
Applicant Manzoni Patrik
Number 192539
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Departement Soziale Arbeit ZHAW
Institution of higher education Zurich University of Applied Sciences - ZHAW
Main discipline Sociology
Start/End 01.07.2020 - 31.12.2022
Approved amount 408'000.00
Show all

All Disciplines (3)

Discipline
Sociology
Political science
Legal sciences

Keywords (5)

Jugendkriminalität ; politischer Extremismus; Cyberbullying; Ländervergleich; ISRD4

Lay Summary (German)

Lead
Das Projekt untersucht im Rahmen der 4. «International Self-Report Delinquency»-Studie (ISRD4) die selbstberichtete Delinquenz und Opfererfahrungen bei Jugendlichen in der Schweiz, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Nord-Mazedonien und Serbien in vergleichender Perspektive. Zusätzliche Themenschwerpunkte sind Cyberbullying/-crime und politischer Extremismus.
Lay summary

Nach jahrelangem Rückgang der polizeilich registrierten Jugenddelinquenz in der Schweiz scheint sich in jüngster Zeit wieder eine Zunahme abzuzeichnen. Hinweise darauf finden sich auch in Befragungen zur selbstberichteten Delinquenz. Allerdings sind solche Dunkelfeldstudien hinsichtlich der Entwicklung von Jugenddelinquenz aufgrund unterschiedlicher Erhebungsweisen widersprüchlich. Vor diesem Hintergrund wird eine nationale Dunkelfeldbefragung zu selbstberichteter Delinquenz und Opfererfahrungen bei rund 4000 14- bis 17-jährigen Jugendlichen in den entsprechenden Schultypen durchgeführt, ergänzt um zusätzliche Stichproben in den Städten Basel und Genf. Dabei werden die bisherigen Befragungen im Rahmen der ISRD-Studien fortgeführt, welche bereits 1992, 2006 und zuletzt 2013 stattfanden. Zusätzlich erfolgen vergleichbare Untersuchungen bei 7200 Jugendlichen in vier Ländern des ehemaligen Jugoslawien: Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Nord-Mazedonien und Serbien. Dies ermöglicht die Analyse verschiedener kulturvergleichender Fragestellungen bezüglich der Jugendkriminalität  sowie der aktuellen Phänomene Cyberbullying/-crime und politischer Extremismus, welche bisher in den vier Balkan-Staaten kaum erforscht wurden. Schliesslich sollen in einer Längsschnittstudie auch kausale Einflüsse berücksichtigter Einflussfaktoren identifiziert werden, indem schweizweit 2000 Jugendliche der 8. Schulstufe in der 9. Schulstufe nochmals befragt werden.



Direct link to Lay Summary Last update: 25.05.2020

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Abstract

Nach jahrelangem Rückgang der polizeilich registrierten Jugenddelinquenz in der Schweiz scheint sich in jüngster Zeit wieder eine Zunahme abzuzeichnen. Bis zum Jahr 2015 sinken in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) die Zahlen der Jugendkriminalität bzw. der Jugendgewalt, um im Anschluss wieder zu steigen (Baier 2019). In Bezug auf die Kerngruppe der 15- bis 17-jährigen Jugendlichen und die Gewaltstraftaten insgesamt belegt die Polizeiliche Kriminalstatistik zwischen 2009 und 2015 einen kontinuierlichen Rückgang der Belastungszahlen um 47.3 %; bis zum Jahr 2018 steigt diese Zahl allerdings wieder um insgesamt 24.9 % - wobei das Niveau der früheren Jahre damit aber noch nicht wieder erreicht ist. Dunkelfeldstudien, die für die Schweiz bereits seit dem Jahr 1992 durchgeführt werden, sind hinsichtlich ihrer Ergebnisse widersprüchlich. So finden sich Befunde, dass es bereits im Zeitraum 2006 bis 2013 zu einem Anstieg von Straftaten im Dunkelfeld gekommen ist (Killias/Lukash 2015); Ribeaud (2015) hingegen kommt im Vergleich von Befragungen der Jahre 2007 und 2014 zum Befund einer rückläufigen Delinquenz. Werden Befragungsergebnisse des Jahres 2017 (Baier 2019) zum Vergleich herangezogen, sind für Körperverletzungs- und Raubdelikte leichte Anstiege sichtbar. Insgesamt lässt sich damit folgern, dass es auch im Dunkelfeld Indizien für einen Anstieg der Jugenddelinquenz gibt, wobei die Nachteile von teilweise inkompatiblen Stichproben und Erhebungsmodalitäten abschliessende Urteile zur Entwicklung in den letzten Jahren derzeit noch nicht zulassen.Vor diesem Hintergrund wurde eine nationale Dunkelfeldbefragung zu selbstberichteter Delinquenz und Opfererfahrungen bei 14- bis 17-jährigen Jugendlichen in den entsprechenden Schultypen (obligatorische Schulen, Übergangsangebote, Berufsschulen und Gymnasien) beantragt. Dabei werden die bisherigen Befragungen im Rahmen der International Self-Report Delinquency (ISRD)-Studien fortgeführt, welche bereits 1992, 2006 und zuletzt 2013 stattfanden. Zusätzlich erfolgen vergleichbare Untersuchungen in vier Ländern des ehemaligen Jugoslawien: Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Nord-Mazedonien und Serbien. Dies ermöglicht die Analyse verschiedener kulturvergleichender Fragestellungen. Insgesamt verfolgt das vorliegende Projekt vier Ziele: 1. Untersuchung des Dunkelfelds der Jugendkriminalität und Fortschreibung der existierenden Datenbestände, wobei die bisherigen Themenschwerpunkte um die Themen Cyberbullying/-crime und politischer Extremismus erweitert werden; 2. Erarbeitung einer Schweizerischen Datengrundlage für internationale Vergleiche im Rahmen der ISRD4-Studie; 3. Vergleichende Analysen der Jugenddelinquenz in der Schweiz und in Ländern des ehemaligen Jugoslawien; 4. Prüfung des Einflusses verschiedener Erklärungsfaktoren der Jugenddelinquenz unter Bezug auf verschiedene kriminologische Erklärungsansätze. Hierfür sollen rund 4000 Jugendliche schweizweit befragt werden, ergänzt um zusätzliche Stichproben in den Städten Basel und Genf. Ebenso werden 7200 Jugendliche in den vier Balkanländern (1800 pro Land in je zwei Städten) befragt. Weiter werden in allen Ländern Jugendliche mittels einer Befragung über das Internet (Websurveys) befragt, um diese Ergebnisse explorativ mit den Schulbefragungen zu vergleichen. Schliesslich sollen in einer Längsschnittstudie auch kausale Einflüsse berücksichtigter Einflussfaktoren identifiziert werden. Dazu werden 2000 Jugendliche der 8. Schulstufe in der 9. Schulstufe nochmals befragt.
-