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Aushandlungszonen. Computer und Schweizerische Bundesverwaltung, 1960-2000

English title Trading Zones. Computer and Swiss Federal Administration, 1960-2000
Applicant Gugerli David
Number 188795
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Professur für Technikgeschichte D-GESS ETH Zürich
Institution of higher education ETH Zurich - ETHZ
Main discipline General history (without pre-and early history)
Start/End 01.10.2019 - 30.09.2023
Approved amount 1'090'024.00
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All Disciplines (2)

Discipline
General history (without pre-and early history)
Swiss history

Keywords (3)

Verwaltungsgeschichte; Computergeschichte; Technikgeschichte

Lay Summary (German)

Lead
Computer und Schweizerische Bundesverwaltung, 1960-2000
Lay summary

AUSHANDLUNGSZONEN

Das technikhistorische Projekt untersucht den Computereinsatz in der Schweizer Bundesverwaltung im Zeitraum von 1960 bis 2000. Wie wurde der Computer in der Bundesverwaltung im Untersuchungszeitraum nutzbar gemacht? Welche neuen Handlungsräume sind durch die Kopplung von digitalen Prozessen und administtrativen Routinen entstanden? Welche Probleme gab es dabei zu lösen? Das Ziel des Projekts ist eine Computergeschichte der Bundesverwaltung, in der die wechselseitigen Prozesse der Strukturbildung zwischen Computer und Verwaltung rekonstruiert und analysiert werden.

Die Untersuchung wird in drei Teilprojekten durchgeführt. Ricky Wichum untersucht die Einrichtung von drei Informationssystemen (SIS, INFEX, GIS) in der Schweizer Bundesverwaltung in den 1980er Jahren. Nick Schwery analysiert die Entstehung und die Wirkung der Projektmanagementmethode HERMES, die seit 1976 in der Bundesverwaltung zum Einsatz kommt. Moritz Mähr erforscht die Entstehung des Zentralen Ausländerregisters (ZAR) seit 1971 und dessen Auswirkungen auf das Verhältnis von Bund, Kantonen und Gemeinden. In drei Phasen erarbeiten die Teilprojekte eine gemeinsame Typologie der kollektiven Protokolle, die in den Interaktionen zwischen Computer und Bundesverwaltung entstanden sind und die Routinen der gemeinsamen Verständigung und des institutionellen Lernens entworfen haben. Das vorgestellte Projekt leistet damit einen Beitrag zur Debatte über die Digitalisierung in der Schweiz.

Die Arbeitsgrundlage des vorgestellten Projekts bilden vor allem die Quellenbestände des Schweizerischen Bundesarchivs (BAR). Durch die Forschungskooperation zwischen dem Bundesarchiv und der Professur für Technikgeschichte der ETH Zürich verfügt das Projekt über einen privilegierten Zugang zu den relevanten Quellenbeständen des Bundesarchivs. Zudem arbeitet das Projekt sowohl für die Suche als auch für die Auswertung der Quellen mit rechnergestützten Methoden. Dafür wird die bestehende Zusammenarbeit zwischen der Technikgeschichte und dem Scientific IT Services der ETH Zürich vertieft

Direct link to Lay Summary Last update: 08.10.2019

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Abstract

Computer in der Bundesverwaltung werden als Instrumente einer bürgernahen und effizienten Verwaltungswirklichkeit angepriesen oder als Beleg für technische Inkompetenz skandalisiert. Aus dem Ruder laufende Kosten, fehlgeschlagene Projektpläne, persönliche Versäumnisse und eine grosse Portion Wunschdenken beherrschen in beiden Fällen die öffentliche Diskussion um die rechnergestützte Verwaltungswirklichkeit.Das vorgestellte technikhistorische Projekt untersucht den Computereinsatz in der Schweizer Bundesverwaltung im Zeitraum von 1960 bis 2000. Das Projekt geht davon aus, dass die Verbindung von Computerprozessen und Verwaltungsroutinen weder per se erfolgreich noch zwangsläufig zum Scheitern verurteilt ist. Zu analysieren sind vielmehr die kontingenten Ereignisräume, in denen die Interaktionen von Computer und Bundesverwaltung ausgehandelt und produziert wurden. Die Geschichte des Computers in der Bundesverwaltung soll deshalb als eine Geschichte von Aushandlungszonen geschrieben werden. Wie wurde der Computer in der Bundesverwaltung im Untersuchungszeitraum nutzbar gemacht? Welche neuen Handlungsräume sind durch die Kopplung von digitalen Prozessen und administrativen Routinen entstanden? Welche Probleme gab es dabei zu lösen? Das Ziel des Projekts ist eine Computergeschichte der Bundesverwaltung, in der die wechselseitigen Prozesse der Strukturbildung zwischen Computer und Verwaltung rekonstruiert und analysiert werden.Die Untersuchung wird in drei Teilprojekten durchgeführt. Das Habilitationsprojekt von Ricky Wichum untersucht die Einrichtung von drei Informationssystemen (SIS, INFEX, GIS) in der Schweizer Bundesverwaltung in den 1980er Jahren. Das Dissertationsprojekt von Nick Schwery analysiert die Entstehung und die Wirkung der Projektmanagementmethode HERMES, die seit 1976 in der Bundesverwaltung zum Einsatz kommt. Das Dissertationsprojekt von Moritz Mähr erforscht die Entstehung des Zentralen Ausländerregisters (ZAR) seit 1971 und dessen Auswir-kungen auf das Verhältnis von Bund, Kantonen und Gemeinden. In drei Phasen erarbeiten die Teilprojekte eine gemeinsame Typologie der kollektiven Protokolle, die in den Interaktionen zwischen Computer und Bundesverwaltung entstanden sind und die Routinen der gemeinsamen Verständigung und des institutionellen Lernens entworfen haben. Das vorgestellte Projekt leistet damit einen Beitrag zur Debatte über die Digitalisierung in der Schweiz.Die Arbeitsgrundlage des vorgestellten Projekts bilden vor allem die Quellenbestände des Schweizerischen Bundesarchivs (BAR). Durch die Forschungskooperation zwischen dem Bundesarchiv und der Professur für Technikgeschichte der ETH Zürich verfügt das Projekt über einen privilegierten Zugang zu den relevanten Quellenbeständen des Bundesarchivs. Zudem arbeitet das technikhistorische Projekt sowohl für die Suche als auch für die Auswertung der Quellen mit rechnergestützten Methoden. Dafür wird die bestehende Zusammenarbeit zwischen der Technikgeschichte und dem Scientific IT Services der ETH Zürich vertieft.
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