Project

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Spina: Wohnen und Handwerk im Venedig der Antike. Zur Rekonstruktion eines Hauses und dessen Ausstattung im 4. Jh. v. Chr.

English title Life and Trade in Spina - Venice of Antiquity. Reconstruction and Furnishing of a House in the 4th Century BC.
Applicant Mistireki Aleksandra
Number 159154
Funding scheme Doc.CH (until 2020)
Research institution
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline Archaeology
Start/End 01.04.2015 - 31.03.2018
Approved amount 206'875.00
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Keywords (8)

Spina; Etruria; Pottery; Trade; House; Typology; Consumerism; Socialisation

Lay Summary (German)

Lead
Die antike Stadt Spina wird bereits von den antiken Schriftstellern als wichtigster Handelsumschlagsplatz und etruskische Stadt in der Po-Ebene beschreiben. Lange Zeit war der Standort der antiken Siedlung unbekannt. Archäologische Ausgrabungstätigkeiten der letzten 8 Jahre ermöglichen nun einen vertiefenden Einblick in die Infrastruktur der Stadt und insbesondere einzelner Wohngebäude und der Hinterlassenschaften der damaligen Bevölkerung.
Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojektes

Im Rahmen des Projektes sollen die Überreste eines Hauses und dessen gesamtes Inventar aus der Mitte des 4. Jahrhunderts vor Christus untersucht werden. Die architektonischen Überreste werden in den Gesamtkontext der Siedlung gestellt und mit weiteren Siedlungen verglichen. Die aussergewöhnlichen Erhaltungsbedingungen ermöglichen Einblicke in die antike Zimmermannskunst und Organisation eines Hauses bzw. einer Siedlung.

Von besonderer Bedeutung ist die Untersuchung des Fundmaterials, insbesondere der bisher kaum erforschten Alltagskeramik. Die archäologischen und naturwissenschaftlichen Untersuchungen des Fundmaterials ermöglichen einerseits Rückschlüsse auf das Formenspektrum und die Funktion der Gefässe, sowie die feinchronologische Abfolge der Besiedlungsphasen. Andererseits können das antike Konsumverhalten, die lokalen Produktionen und die weitreichenden Handelsbeziehungen aufgezeigt werden. Von besonderer Bedeutung ist die Zeitstellung des Hauses, da bisher keine weiteren Siedlungsbefunde aus dem 4. Jahrhundert vor Christus in Etrurien bekannt sind.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Obwohl das antike Spina in der Forschung bereits lange bekannt ist, wurde der Fokus der Untersuchungen lange Zeit auf die Nekropolen der Stadt gelegt. Hierbei wurden besonders die herausragenden Objekte untersucht und publiziert. Wichtige Aspekte zur Sieldungsorganisation, lokalen Produktion und Sozialisation der Bewohner wurden bisher vernachlässigt. Das Projekt leistet einen Beitrag zur aktuellen Kultur- und Sozialgeschichte der Etruskologie und vermag die Lücke zur Spätzeit der Etrusker zu schliessen.

Direct link to Lay Summary Last update: 16.03.2015

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Universität Pavia, Dipartimento di Studi Umanistici, Lorenzo Zamboni Italy (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Ministero dei beni e delle attività culturali e del turismo Italy (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Soprintendenza per i Beni Archeologici dell'Emilia-Romagna, Dr. Luigi Malnati Italy (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Research Infrastructure
Universität Florenz, Dipartimento SAGAS, Dr. Luca Cappuccini Italy (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Archäologisches Nationalmuseum Ferrara, Dr. Caterina Cornelio Cassai Italy (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Research Infrastructure
Archeologia Classica, Universität Salento, Prof. Grazia Semeraro und Dr. Florinda Notarstefano Italy (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Research Infrastructure
FB Klassische Archäologie, Institut für Archäologie, Universität Zürich, Prof. Dr. C. Reusser Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
- Research Infrastructure
Dipartimento di Scienze dell'Antichità, Universität Sapienza Rom, Prof. Gloria Olcese Italy (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Research Infrastructure
Equip de Recerca Arqueològica i Arqueomètrica de la Universitat de Barcelona Spain (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
- Research Infrastructure

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Ricerche dell'Università di Zurigo a Spina e Monte Iato Talk given at a conference Abitazione e artigianato in una città etrusca nel IV sec. a. C. 28.10.2016 Dipartimento di Beni Culturali Lecce, Italy Mistireki Aleksandra;
Keramik der Etrusker und Italiker Talk given at a conference Die indigene Keramik Spinas. Zum Repertoire eines Hauses im 4. Jh. v. Chr. 22.01.2016 Universität Hamburg, Germany Mistireki Aleksandra;
Schweizer Archäologie im westlichen Mittelmeerraum Talk given at a conference Spina: Wohnen und Handwerk einer etruskischen Stadt im 4. Jh. v. Chr. 19.11.2015 Istituto Svizzero di Roma, Italy Mistireki Aleksandra;


Knowledge transfer events

Active participation

Title Type of contribution Date Place Persons involved
Spina news Talk 30.06.2016 Comacchio (FE), Italy Mistireki Aleksandra;
GR-EAT. The impact of Greek Eating Culture in Western Mediterranean, 6th - 3rd BC Poster 25.06.2016 EXPO 2015 Mailand, Italy Mistireki Aleksandra;


Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Talks/events/exhibitions Spina News International 2016

Abstract

Im Mittelpunkt des Forschungsprojektes steht die Untersuchung der Überreste eines während einer kriegerischen Auseinandersetzung zerstörten Hauses und dessen Inventar im antiken Spina des 4. Jhs. v. Chr. Hierfür werden die architektonischen Überreste und das Fundmaterial analysiert, wobei der Hauptfokus auf die bisher in der Forschung kaum beachtete Gebrauchskeramik gelegt wird. Anhand der Analyse des Materials können Rückschlüsse auf die Organisation des Haushaltes, das Konsumverhalten und die Sozialisation der Bewohner gezogen werden. Die archäologischen und naturwissenschaftlichen Untersuchungen der Keramik liefern ausserdem Antworten zu Fragen nach der Funktion, der typologischen Entwicklung, der Herstellungsweise, der chronologischen Einordnung und der Herkunft der Gefässe. Daraus lassen sich einerseits lokale Produktionen nachweisen und andererseits die regionalen und überregionalen Handelsnetzwerke rekonstruieren. Bisher fehlen innerhalb der Po-Ebene Befunde und Materialstudien aus Siedlungen des 4. Jhs. v. Chr. Gerade Spina ist historisch als einer der wichtigsten Handelsumschlagplätze an der italienischen Adriaküste überliefert und kann somit neue Daten zur materiellen und sozialen Vernetzung im Mittelmeerraum liefern. Dank hervorragender Erhaltungsbedingungen und des ungestörten Befundes des Hauses kann ein wichtiger Beitrag zur chronologischen Einteilung und typologischen Entwicklung der etruskischen Keramik und des Siedlungswesens dieser Zeit geleistet werden.
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