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Commons im Design - Open Source und Open Design in zeitgenössischen Gestaltungsprozessen

English title Commons in Design - Open Source and Open Design in Contemporary Design Practices
Applicant Schranz Christine
Number 179178
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Institut Integrative Gestaltung Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW
Institution of higher education University of Applied Sciences and Arts Northwestern Switzerland (without UTE) - FHNW
Main discipline Arts
Start/End 01.03.2019 - 28.02.2023
Approved amount 733'403.00
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Keywords (7)

Commons; Creative Economies; Design; Open Source; Designforschung; Open Design; Designwissen

Lay Summary (German)

Lead
Mit der Vernetzung von Technologien und der damit steigenden Komplexität von Gestaltungsproblemen wird es immer schwieriger, den gesamten Entwurfs- und Produktionsprozess zu verstehen, zu überblicken und auszuführen. Es gibt zwar ein spezifisches Wissen technologischer Teilaspekte, zum Beispiel die Handhabung und Einsatzvielfalt des 3D-Drucks vom schnellen Prototyping bis hin zu produktreifen Prothesen, unseres Erachtens fehlt es jedoch an einem holistischen Verständnis dafür, wie sich Zukunftstechnologien und die daraus resultierenden Bedingungen im Design manifestieren.
Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Ausgehend von den oben beschriebenen sozioökonomischen Transformationen sollen im Forschungsprojekt Grundlagen von common-basiertem Design erarbeitet werden. Das Prinzip Commoning kann auch im Design nutzbar gemacht werden und ermöglicht neue Betätigungsfelder und Methoden (wie Open Innovation, Open Learning, Open Design). Es besteht ein grosses Potenzial, Entwürfe, Arbeitsplätze, Techniken usw. im Design zu teilen, was erhöhte Agilität im Entwicklungs- und Produktionsprozess und flexiblere Bedingungen für Designschaffende verspricht. Die zentrale Fragestellung des Forschungsvorhabens dreht sich um den zu erweiternden und zu überdenkenden Designbegriff im Kontext der Digitalisierung und das sich dadurch wandelnde Selbstverständnis von Designern. Das Forschungsprojekt generiert wesentliche Erkenntnisse zu erstens ‹Wissenspraktiken im offenen Entwurfsprozess›, und zweitens ‹Kollaborative Räume und Medien›. Drittens sollen spezifische Designmodelle und -methodologien im Kontext der Designforschung entstehen.


Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Das Forschungsvorhaben leistet einen wichtigen Beitrag zur Designforschung und ermöglicht eine Perspektivierung, wie die Prinzipien Open Source und Open Design in einen offenen Designbegriff eingebettet und produktiv gemacht werden können. Die im Forschungsvorhaben zu bearbeitenden Aspekte konzentrieren sich auf vernetzte, partizipative und offene Verfahren, die auf Commons und Commoning basieren.


 


Direct link to Lay Summary Last update: 14.11.2018

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Project partner

Abstract

Technologien wie Künstliche Intelligenz, Smart Technologies oder computergestützte 3D-Produktionsverfahren wandeln den Designbegriff radikal, ermöglichen neuartige Arbeitsprozesse und verschieben traditionelle Rollen und Kompetenzen im Design. Das Internet, allen voran die Veränderung von Kommunikations-, Organisations- und Arbeitsweisen durch netzbasierte Dienste, fordert eine grundlegende Reflexion von Konzepten zeitgenössischer Designpraxis. Die digitale Vernetzung schafft eine Infrastruktur, die neue Formen des Teilens ermöglicht. Vieles wird heute schon geteilt und kann dadurch effizient und kostengünstig genutzt werden, wie disruptive Geschäftsmodelle wie Airbnb, Uber, Netflix oder Spotify zeigen. Neben einer ökonomischen Motivation des Teilens, zeichnet sich ein durch Konvivalität geprägter Wertewandel in den Creative Societies bzw. Economies ab. Dies beinhaltet das Teilen im Sinne von Gemeinschaftlichkeit, freier Kooperation und ökologischer Nachhaltigkeit. Das Prinzip Commoning kann auch im Design nutzbar gemacht werden und ermöglicht neue Betätigungsfelder und Methoden (wie Open Innovation, Open Learning, Open Design). Mit der Vernetzung von Technologien und der damit steigenden Komplexität von Gestaltungsproblemen wird es immer schwieriger, den gesamten Entwurfs- und Produktionsprozess zu verstehen, zu überblicken und auszuführen. Doch gerade das Verständnis soziotechnischer Zusammenhänge und Systeme ist für den Designprozess bzw. für den Einsatz von Zukunftstechnologien zentral. Es gibt zwar ein spezifisches Wissen technologische Teilaspekte betreffend, zum Beispiel die Handhabung und Einsatzvielfalt des 3D-Drucks vom schnellen Prototyping bis hin zu produktreifen Prothesen, unseres Erachtens fehlt es jedoch an einem holistischen Verständnis dafür, wie sich Zukunftstechnologien und die daraus resultierenden Bedingungen im Design manifestieren. Hierfür bieten sich common-basierte Methoden an, welche auf vernetzten, gemeinschaftlichen und offenen Systemen und auf Austausch basieren. Es besteht ein grosses Potenzial, Entwürfe, Arbeitsplätze, Techniken usw. im Design zu teilen, was erhöhte Agilität im Entwicklungs- und Produktionsprozess und flexiblere Bedingungen für Designschaffende verspricht. Trotz eines rasanten technologischen Fortschritts und eines grossen Marktwachstums für mögliche Anwendungsszenarien fehlt es bisher an systematisch aufgearbeiteten Forschungsansätzen. Diese betreffen insbesondere eine historische Einbettung bzw. Kontextualisierung sowie einen disziplinübergreifenden Blick in Bezug auf ästhetische, soziale und technisch-materielle Dimensionen. Ausgehend von den beschriebenen sozioökonomischen Transformationen sollen im Forschungsprojekt Grundlagen von common-basiertem Design erarbeitet werden. Die zentrale Fragestellung des Forschungsvorhabens dreht sich um den zu erweiternden und zu überdenkenden Designbegriff im Kontext der Digitalisierung und das sich dadurch wandelnde Selbstverständnis von Designern. Unsere Vermutung ist, dass die ‹Designer der Zukunft› keine Designer im traditionellen Sinne mehr sind, sondern es zu Mischformen von Menschen, Maschinen, Technologien und Disziplinen kommt. Das Forschungsvorhaben ist in zwei Teilprojekte gegliedert, welche wesentliche Erkenntnisse zu ‹Wissenspraktiken im offenen Entwurfsprozess› (TP1) und ‹Kollaborative Räume und Medien› (TP2) generieren. Hierfür sollen spezifische Designmodelle und -methodologien im Kontext von Designforschung entstehen. Das Forschungsvorhaben leistet dadurch einen Beitrag zur Designforschung und ermöglicht eine Perspektivierung, wie die Prinzipien Open Source und Open Design in einen offenen Designbegriff eingebettet und produktiv gemacht werden können. Die im Forschungsvorhaben zu bearbeitenden Aspekte konzentrieren sich auf vernetzte, partizipative und offene Verfahren, die auf Commons und Commoning basieren. Nebst ethnografischen Beobachtungen und Befragungen sowie diskursanalytischen Betrachtungen sollen eigene Verfahren, Methoden, Modelle common-basierter Gestaltungs- und Entwurfsprozesse erarbeitet werden. Das Forschungsteam besteht aus dem Kernteam Dr. Christine Schranz (Gesuchstellerin), Merle Ibach (Doktorandin) und Moritz Greiner-Petter (Postdoc) sowie der Kooperationspartnerin Dr. Prof. Claudia Mareis. Im Rahmen einer engen Zusammenarbeit der Institute Integrative Gestaltung | Masterstudio Design und Experimentelle Design- und Medienkulturen der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW Basel sollen neuartige Designzugänge und Arbeitsprozesse untersucht werden, welche auf offenen Systemen basieren. Die Resultate des Forschungsvorhabens sind eine internationale dreitägige Konferenz und eine Schlusspublikation, eine Dissertation, acht wissenschaftliche kollaborative Artikel sowie eine öffentliche Abschlussveranstaltung auf dem Campus der Künste der HGK Basel.
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