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Das Instrumentalisierungsverbot - Sein Gehalt, seine Tragweite und seine Begründung

Applicant Schaber Peter
Number 111768
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Ethik-Zentrum Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline Philosophy
Start/End 01.07.2006 - 30.06.2008
Approved amount 82'652.00
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Keywords (7)

Ethics; Kantian ethics; Instrumentalisierung; Zweck-Mittel-Relation; Achtung; Kant; Angewandte Ethik

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Die Überzeugung, dass es falsch ist, Menschen zu instrumentalisieren und sie als blosse Mittel zu fremden Zwecken zu benutzen, ist eine Überzeugung, die sowohl im moralischen Common sense als auch in moraltheoretischen Diskussionen eine zentrale Rolle spielt. Beispielsweise in der Angewandten Ethik werden die verschiedensten Praktiken danach beurteilt, ob mit ihnen Menschen bloss als Mittel benutzt werden, z.B. in der Bioethik (verbrauchende Embryonenforschung, Klonen, Humanexperimente), der Rechtsethik (Präventionstheorien des Strafrechts) oder der Wirtschaftsethik (Arbeitsverhältnisse).Die genauere Betrachtung zeigt allerdings, dass nicht klar ist, was es genau heisst, den anderen als blosses Mittel zu behandeln. Es erscheint daher dringend erforderlich, den Gehalt dieses häufig herangezogenen Verbots zu präzisieren und zu klären, welche Handlungen durch das Instrumentalisierungsverbot eigentlich genau untersagt werden. Anhand einer Analyse des Begriffs des Mittels und einer Untersuchung paradigmatischer Beispiele soll daher im ersten Schritt des hier vorgestellten Projektes der Gehalt des Instrumentalisierungsverbotes bestimmt werden.

Immanuel Kant versteht die Forderung, andere nicht zu instrumentalisieren, als kategorisch gebietendes Grundprinzip der Moral. Es kann in seinen Augen somit niemals legitim sein, dem Instrumentalisierungsverbot zuwider zu handeln. Eine Analyse moralischer Konflikte scheint jedoch nahezulegen, dass es Fälle gibt, in denen eine geringfügige Verletzung des Verbots durch andere moralische Forderungen aufgewogen wird. So mag es z.B.gerechtfertigt erscheinen, der Bevölkerung eines Staates bestimmte Waren vorzuenthalten, um einen despotischen Herrscher vom Völkermord abzuhalten.Hochaktuelle Beispiele wie dieses müssen jedoch einer kritischen Prüfung unterzogen werden, um ihren Geltungsanspruch zu überprüfen und ihre Konsequenzen in Bezug auf das Instrumentalisierungsverbot klar zu bestimmen. Auf diese Weise soll in einem zweiten Schritt die Tragweite des Instrumentalisierungsverbotes beleuchtet werden.

Neben der Frage nach den Grenzen des Instrumentalisierungsverbots gilt es zudem zu untersuchen, was genau daran verwerflich ist, jemanden als Mittel zu benutzen. Bei der Beantwortung dieser Frage scheint der Begriff der Achtung wegweisend zu sein, da die Achtung vor einem Menschen von uns zumindest verlangt, ihm das selbstbestimmte Verfolgen von Zwecken zuzugestehen. Die genauere Analyse dieses Zusammenhangs führt drittens zu einer Untersuchung der Begründung des Instrumentalisierungsverbotes.

Durch die Untersuchung des Gehalts, der Tragweite und der Begründung des Instrumentalisierungsverbotes soll ein wichtiges Prinzip der Alltagsmoral und des theoretischen Diskurses klarer gefasst und auf diese Weise ein argumentatives Werkzeug erarbeitet werden, mit dessen Hilfe moralische Probleme im Allgemeinen und Fragen der Angewandten Ethik im Besonderen gezielter in Angriff genommen werden können.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

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Name Institute

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