Publication

Back to overview

Immersive Realitäten? Zur Wirkung verschwindender Technologien

Type of publication Peer-reviewed
Publikationsform Contribution to book (peer-reviewed)
Author Heibach Christiane,
Project Gestaltete Unmittelbarkeit. Atmosphärisches Erleben in einer affektiv-responsiven Umgebung
Show all

Contribution to book (peer-reviewed)

Book Immersion — Design — Art: Revisited. Transmedia Form Principles in Contemporary Art and Technology
Editor , Grabbe Lars
Publisher Büchner Verlag, Darmstadt
Title of proceedings Immersion — Design — Art: Revisited. Transmedia Form Principles in Contemporary Art and Technology

Abstract

Der Begriff der Immersion ist traditionellerweise gekoppelt mit künstlichen Bildwelten, die auf größtmögliche Erlebensintensität abzielen. Seit den 1970er Jahren erfolgten diesbezüglich vor allem Forschungen im Bereich der digitalen Technologien mit dem Ziel, dem Realitätserleben mittels digital erzeugten Bildwelten und unterschiedlich strukturierten Schnittstellen möglichst nahe zu kommen. Dabei spielen vor allem drei Parameter eine Rolle: a) die technologische Erzeugung von Räumlichkeit, b) die intensive sensorische Rezeption (meist visuell-auditiv, taktil und kinästhetisch) sowie c) die Eröffnung von Handlungsspielräumen für die User. Dieses Verständnis von Immersion basiert auf der impliziten Annahme, dass trotz der angestrebten Realitätsnähe die digital erzeugte virtuelle Bildwelt von der Realität unterscheidbar bleibt. Die Diskussion um den Charakter der technologieinduzierten Immersion bekommt derzeit neue Nahrung durch aktuelle technische Entwicklungen (Stichworte: ‚Internet of Things‘/‘Ubiquitous Computing‘ sowie ‚Biofeedback‘). Diese Technologien erzeugen keine bildbasierten künstlichen Welten mehr, sondern verändern unseren gewohnten Lebensraum, indem sie zunehmend verschwinden – das „smart home“ oder die Apple Watch sind dafür repräsentativ: In der Gestalt von Alltagsgegenständen und -umgebungen verbergen sich inzwischen intelligente und responsive Technologien, die unser Umwelterleben zwar nachhaltig, aber kaum merklich verändern. Den Dimensionen dieser Veränderungen auf die Spur zu kommen, ist das Ziel unseres Forschungsprojekts: Es geht davon aus, dass gerade dieses Verschwinden der Technologien dem Phänomen der Immersion neue Qualitäten verleiht, die es erst noch zu benennen gilt.
-