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Book Emotionale Reaktionen auf verschiedene Präsentationsformen von 3D-Landschaftsvisualisierungen: Statisch vs. Animiert und Sequentiell vs. Simultan
Publisher Universität Zürich Geographisches Institut, Zürich

Open Access

Abstract

Präsentationsformen sind in unserem Alltag omnipräsent. Vor allem dann, wenn wir uns zwischen mehreren Auswahlmöglichkeiten für etwas entscheiden, das uns besser gefällt. Im Hinblick auf unsere Landschaft können mit Präsentationsformen zukünftige Landschaftsveränderungen aufgezeigt und bewertet werden lassen. Dies kann im Zusammenhang mit Infrastrukturprojekten geschehen, die unsere Landschaft über mehrere Jahrzehnte hinweg prägen. In dieser Masterarbeit wurden im Hinblick auf die Energiestrategie 2050 zunächst mögliche Landschaftsveränderungen der Landschaftstypen Mittelland, Jura und Alpen durch Windturbinen visualisiert. Visualisierungen sind ein weit verbreitetes Instrument, um Ideen einem breiten Publikum verständlich zu präsentieren. Die Auswahl an Präsentationsformen ist aufgrund der technischen Fortschritte vielfältig und reicht von statischen Bildern bis zu grossen Landschaftsszenen, in die man sich hineinversetzen und navigieren kann. Die Problematik ist, dass damit bei BetrachterInnen emotionale Reaktionen hervorgerufen und Präferenzen zwischen Landschaften beeinflusst werden können. Mit den erstellten Landschaftsvisualisierungen wurden in einem Experiment mit vier Gruppen unterschiedliche Präsentationsformen auf ihre emotionalen Reaktionen und Präferenzen untersucht. Zu den Präsentationsformen gehören statische und animierte 3D Landschaftsvisualisierungen, die paarweise simultan (nebeneinander) und sequentiell (nacheinander) präsentiert wurden. Die emotionalen Reaktionen auf die visualisierten Landschaftstypen wurden mit einer physiologischen Hautleitfähigkeitsmessung erfasst und die Präferenz wurde nach jedem Landschaftstyp Kombinationspaar abgefragt. Fragebögen über die Emotion und die Wahrnehmung der Landschaftsvisualisierungen dienten als Grundlage und Unterstützung für die Auswertung der erhobenen Daten. Die Resultate zeigen, dass die physiologisch gemessene Emotion während des Experiments weder durch statisch oder animierte, noch durch simultan oder sequentielle Präsentationsformen unterschiedlich beeinflusst wurde. Allerdings traten bei der Bewertung von Wahrnehmungsfragen Unterschiede auf, die durch die sequentielle Präsentation erklärt werden können. Bei simultanen und sequentiellen Präsentationsformen zeigen die Resultate eine höhere Präferenz für den als Erstes gezeigten Landschaftstyp mit Ausnahme einer Gruppe. Zudem hat der Landschaftstyp keinen Einfluss auf physiologisch gemessene Emotion, auf die Präferenz hingegen teilweise.
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