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Original article (peer-reviewed)

Journal Wolfenbütteler Renaissance-Mitteilungen
Volume (Issue) 39 (2018)(2 )
Title of proceedings Wolfenbütteler Renaissance-Mitteilungen

Abstract

Dieser Aufsatz hat den Metaphysikunterricht in St. Gallen während der Reformationszeit zum Thema. St. Gallen ist eine Stadt, die eine Schlüsselrolle spielt, nicht nur für die Geschichte der Metaphysik in der Schweiz, sondern auch für die Geschichte des philosophischen westlichen Lexikons. Von 1603 bis 1609, war der Kalvinist Jacob Lorhrad der erste Rektor des reformierten Gymnasiums im Katharinenkloster. Im Jahr 1606 hat Lorhard in St. Gallen ein Werk veröffentlicht, das den Titel Ogdoas scholastica trägt, in dem zum ersten Mal der Ausdruck „Ontologie” vorkommt. Das Wort „Ontologie” ist weder bei Platon noch bei Aristoteles zu finden, dasselbe gilt für das Mittelalter. Die Geschichte seiner erfolgreichen Verbreitung beginnt in der Schweiz, um sich dann in der Schulmetaphysik während der Aufklärung auszubreiten, später dann mit Leibniz, Kant und Hegel und so bis zum heutigen Tage. Außer dem reformierten Gymnasium in St. Gallen, gab es doch auch eine andere, ältere Institution, die seit Jahrhunderten die Geschichte der Stadt prägte. Es handelt sich dabei um die Klosterschule, die an die Benediktinerabtei gebunden war und vom Mönch Otmar, später heiliger Otmar, im Jahre 719 gegründet wurde und zwar auf den Grundlagen der ersten Einsiedelei, die der irischen Mönch Gallus, dann hl. Gallus, der zusammen mit dem hl. (St.) Kolumbanus in Kontinentaleuropa auf Mission war, im Jahr 612 gründete. Im zweiten Teil des Vortrags werden wir sehen, welche Zusammenhänge und Unterschiede es in der Metaphysik in den zwei Konfessionsteilen (im Reformierten und im Katholischen), während der frühen Neuzeit in St. Gallen gab.
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