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Original article (non peer-reviewed)

Journal Leges
Title of proceedings Leges

Abstract

Der vorliegende Beitrag geht der Frage nach, ob und in welcher Art in den kantonalen Gesetzgebungsprozessen evidenzbasierte Informationen berücksichtigt werden und welche Faktoren den Einbezug gegebenenfalls erklären können. Dabei stehen evidenzbasierte Informationen bezüglich der Auswirkungen der Steuer- und Sozialtransferpolitik auf die Gleichstellung von Mann und Frau im Sinne der Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie im Zentrum des Interesses. Ausgehend von einem breiten Verständnis von Evidenz konstatiert der Beitrag einen verhältnismässig häufigen Rückgriff auf evidenzbasiertes Wissen. Es zeigte sich, dass eine adäquate Ressourcenausstattung der Verwaltung sowie die gesetzliche oder strategische Verankerung des Anliegens der Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie das Ausmass des Einbezugs evidenzbasierter, gleichstellungssensitiver Informationen positiv beeinflussen. Bürgerliche sowie männliche Departementsvorstehende greifen allerdings signifikant weniger oft auf evidenzbasierte und gleichstellungssensitive Informationen bei Gesetzgebungsprozessen zurück als ihre linken Kollegen/ innen. Schliesslich macht der Beitrag deutlich, dass ein breiter normativer Grundkonsens über die Geschlechtergleichstellung in der Steuer- und der Sozialtransferpolitik die beste Voraussetzung dafür bietet, dass evidenzbasiertes Wissen in den Politikgestaltungsprozess einfliesst.
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