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Methoden zur differenzierten Auswertung von Wortschatzkompetenzen und ihre Bedeutung für das frühe Lesen

Type of publication Peer-reviewed
Publikationsform Contribution to book (peer-reviewed)
Author Juska-BacherBritta, ZanggerChristoph, RöthlisbergerMartina,
Project Die Entwicklung von Wortschatz und Lesen. Eine Untersuchung auf der Unterstufe. (EnWoLe)
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Contribution to book (peer-reviewed)

Book Lesen: Prozess- und Produktperspektiven von der Wortebene bis zu multiplen Texten
Editor , Philipp Maik; , Jambor-Fahlen Simone
Publisher Beltz Juventa, Weinheim Basel
Page(s) 35 - 55
ISBN 978-3-7799-6514-5
Title of proceedings Lesen: Prozess- und Produktperspektiven von der Wortebene bis zu multiplen Texten

Open Access

Abstract

In der vorliegenden Studie wurden die Zusammenhänge zwischen Leseverständnis und Wortschatzkompetenzen sowie deren Entwicklung bei Schulbeginn untersucht. In einem längsschnittlichen Design wurden dieselben Grundschulkinder (N = 313) in der ersten Klasse (t1) und in der zweiten Klasse (t2) auf verstehendes Lesen von Wort, Satz und Text, die drei Wortschatzvariablen Wortschatzumfang, relationales und semantisches Wortwissen sowie die Vorläuferfertigkeiten phonologische Bewusstheit, schnelles Benennen und Rekodiergeschwindigkeit getestet. Das Cross-Lagged-Modell, mit dem die Daten längsschnittlich analysiert wurden, zeigte nach Korrektur der autoregressiven Effekte keinen signifikanten Einfluss des Wortschatzes zu t1 auf das Leseverständnis zu t2. Eine vertiefte Analyse der Beziehung zwischen Wortschatzvariablen und verstehendem Lesen offenbarte indes ein spezifisches Muster: Die Korrelationen zwischen Leseverständnis und Wortschatzvariablen waren zu t2 deutlich höher als zu t1. Zudem zeigten Varianzanalysen eine deutlich stärkere Entwicklung des Leseverständnisses im Vergleich zum Wortschatz. Im Fixed-Effects-Modell schließlich manifestierten sich diese Ergebnisse in Form eines hochsignifikanten Effekts der Wortschatzentwicklung auf das verstehende Lesen. Die komplexe Natur der Beziehung zwischen Wortschatz und Lesen erfordert ganz offensichtlich eine differenzierte Betrachtung der Wechselwirkungen.
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