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Schweizer Stadt- und Gemeindeverwaltungen im Wandel: Public Management Reformen und deren Auswirkungen (in Erscheinung)

Type of publication Peer-reviewed
Publikationsform Other publication (peer-review)
Author Haus Alexander,
Project Local Autonomy and Local Public Sector Reforms
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Publisher Nomos Verlag, Baden-Baden
ISBN In Erscheinung

Open Access

URL https://www.nomos.de/
Type of Open Access Publisher (Gold Open Access)

Abstract

Die Dissertation mit dem Titel Schweizer Stadt- und Gemeindeverwaltungen im Wandel: Public Management Reformen und deren Auswirkungen» befasst sich mit privatwirtschaftlich orientierten Reformen in öffentlichen Verwaltungen, wie zum Bespiel der strategischen Planung, der Leistungslohnsysteme oder der ziel- und ergebnisorientierten Verwaltungssteuerung. Mitte der 1990-er Jahre fanden neoliberal geprägte Neuerungsansätze in Form von New Public Management in den Städten und Gemeinden Eingang. Im Wesentlichen forderten diese eine Abkehr von schwerfälligen, bürokratischen Strukturen hin zu einer Verwaltungsführung nach modernen Unternehmensgrundsätzen mit einer konsequenten Dienstleistungs- und Ergebnisorientierung. Obwohl solche Reformen über Jahre in lokalen Verwaltungen empirisch beobachtet wurden, gibt es kaum Studien, welche sich den Stadt- und Gemeindeverwaltungen widmen und die Konsequenzen dieser Veränderungen vergleichend untersuchen. Dies gilt insbesondere für die Schweiz. Im Zentrum des Dissertationsprojektes standen deshalb die Fragen, wie lokale Verwaltungen heute ausgestaltet sind, welcher Managementreformen eingeführt werden und welche Effekte von diesen Reformen ausgehen. Zur Beantwortung der Forschungsfragen diente die gesamtschweizerischen Gemeindebefragung im 2017, an der rund 85 Prozent aller Städte und Gemeinden teilgenommen hat sowie Tiefeninterviews mit Gemeindepräsidenten und Verwaltungsleitern. Die Resultate dieser vergleichenden Forschungsarbeit zeigen auf, dass die lokalen Verwaltungen sehr unterschiedlich organisiert und meistens sehr klein sind mit durchschnittlich 7.8 Vollzeitäquivalenten. Die Westschweizer Verwaltungen umfassen am wenigsten Personal mit 4.8 Vollzeitäquivalenten. Sie übernehmen aber auch weniger Aufgaben als Verwaltungen in der Deutschschweiz und im Tessin. Weiter legen die Ergebnisse dar, dass heute zahlreiche lokale Verwaltungen zumindest teilweise nach unternehmensähnlichen Prinzipien arbeiten, vor allem in der Deutschschweiz und in den Städten. In kleineren Gemeinden sowie in der französischen und italienischen Schweiz dominiert das traditionelle regelbasierte Bürokratiesystem etwas stärker. Die Studie legt weiter dar, dass verschiedene positive Effekte von diesen Reformen ausgehen. So können die strategische Planung und die stärkere Kundenorientierung die höhere Effektivität und Leistungsfähigkeit der Verwaltung verbessern. Alles in allem weisen die Ergebnisse der Dissertation darauf hin, dass die Einführung von Managementreformen in lokalen Verwaltungen – rund zwei Dekaden nach dem Aufkommen von New Public Management - eine Erfolgsgeschichte sind in der Schweiz. Die Studie leistet in zweifacher Hinsicht einen substantiellen Beitrag an die Verwaltungsforschung: Zum einen zählt sie zu den ganz wenigen empirischen Arbeiten in Europa und der Schweiz, welche sich mit den Wirkungen von Managementreformen empirisch auseinandersetzen. Andererseits zählt sie zu den sehr seltenen vergleichenden Studien, welche über mehrere Sprachgrenzen hinweg Reformen analysieren. Sie kann damit sprachkulturelle Unterschiede aufzeigen kann, welche gerade im europäischen Forschungskontext sehr wertvoll sind.
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