Publication

Back to overview

Palliative Care in der Schweiz. Die Perspektive der Leistungserbringenden

Type of publication Not peer-reviewed
Publikationsform Other publication (non peer-review)
Author Degen JermannEveline, LiebigBrigitte, SchweighofferReka, ReevesEmily,
Project Coordination and collaboration in primary palliative care. Palliative care networks in Switzerland.
Show all

Other publication (non peer-review)

Book Palliative Care in der Schweiz. Die Perspektive der Leistungserbringenden
Publisher Online, www.palliativ.ch

Open Access

URL https://www.pjp.psychreg.org/wp-content/uploads/2019/06/88-96.reeves.pdf
Type of Open Access Publisher (Gold Open Access)

Abstract

Published also in French: https://www.palliative.ch/fileadmin/user_upload/palliative/fachwelt/B_Aktuell/Soins_palliatifs_en_Suisse_-_le_point_de_vue_des_prestataires.pdf In den vergangenen Jahren wurde die Palliativversorgung in der Schweiz erheblich gestärkt. Eine steigende Zahl chronischer Erkrankungen und Bemühungen um ein Mehr an Kosteneffizienz im Gesundheitswesen bilde-ten wichtige Ausgangspunkte für die Erarbeitung einer «Nationalen Strategie» zur Förderung einer qualitativ hochstehenden palliativmedizinischen Versorgung. Wie aber haben sich die Bemühungen der letzten Jahre ausgewirkt? Eine qualitativ hochstehende Patienten-versorgung baut auf zahlreichen Faktoren auf, von denen einige in diesem Bericht in den Fokus gerückt wer-den. Anknüpfend an ein in der Versorgungsforschung bekanntes Konzept zur Bewertung von Gesundheits-dienstleistungen wird versucht, ein aktuelles Bild zum Stand der Palliativversorgung aus Sicht der Leistungser-bringenden in der Schweiz zu zeichnen. Folgende Fragen stehen dabei im Zentrum: o Wie werden heute strukturelle Voraussetzungen für die Palliativversorgung bewertet? o Wie werden zentrale Aspekte von Versorgungsprozessen und die Koordination von Versorgungs-leistungen beurteilt? o Wie nehmen Fachpersonen und Familienangehörige heute wichtige Dimensionen von Versor-gungsqualität im Bereich Palliative Care wahr? Methodisch baut der Bericht auf einer im Herbst 2018 durchgeführten schweizweiten Online-Befragung von etwa 4500 in der Palliativversorgung tätigen Fachpersonen; die Befragung wurde von mehr als 1000 Personen beantwortet. Der Survey enthielt 55 Fragen zu wichtigen Qualitätsaspekten in der Palliativversorgung: Erfragt wurde die Wahrnehmung von Versorgungsstrukturen (z.B. Versorgungsinfrastrukturen, finanzielle Vergütung von Leistungen), von wichtigen Aspekten der Behandlung und Betreuung (wie z.B. Zusammenarbeit, Koordina-tion von Aufgaben) und von ausgewählten Dimensionen der Versorgungsqualität (z. B. Miteinbezug von Ange-hörigen und Freunden, Zugang und Kontinuität in der Betreuung). Überdies wurden im Zeitraum November 2017 bis Oktober 2018 leitfadengestützte Interviews mit 40 Fachpersonen aus der allgemeinen und speziali-sierten Palliativversorgung sowie mit 26 Angehörigen von Palliativpatientinnen und -patienten durchgeführt. Die Interviews fanden in den vier Kantonen Basel-Stadt, Luzern, Waadt und Tessin statt. Resultate: Die Daten geben Auskunft über Erfolge aber auch Herausforderungen der Palliativversorgung in der Schweiz. Strukturelle Rahmenbedingungen, wie die Versorgungsinfrastruktur werden kritisch beurteilt - ins-besondere hinsichtlich der Anzahl Betten im spezialisierten Versorgungsbereich. Die finanzielle Vergütung von palliativen Versorgungsleistungen wird von den Befragten deutlich als zu gering bemängelt. Im Weiteren zeigt sich, dass vor allem die Hausärzteschaft das Angebot an Zusatzausbildungen im Palliativbereich noch wenig nutzt und dass insgesamt noch immer ein zu geringer Grad an Vernetzung zwischen Fachpersonen im Palliativ-bereich existiert. Auch mit Blick auf zentrale Aspekte von Versorgungsprozessen macht der Bericht Hand-lungsbedarf aus: Zwar wird der Informationsaustausch zwischen Leistungserbringenden heute vielfach positiv beurteilt, eine Herausforderung aber stellen begrenzte Möglichkeiten darüber hinausreichender Formen der Zusammenarbeit dar. Die Interviews mit Versorgerinnen und Versorgern weisen an dieser Stelle auf besonde-ren Nachholbedarf an den Schnittstellen der Versorgungsbereiche hin: Hier kommen E-Tools noch nicht hin-reichend zum Einsatz und die Befragung deckt zudem Schwächen im Bereich der Koordination von Aufgaben und Verantwortung auf. Zentrale Faktoren von Versorgungsqualität, wie der Einbezug von Angehörigen und Freunden werden von den befragten Fachpersonen mehrheitlich positiv beurteilt. Kritischer fällt die Beurteilung allerdings aus Sicht der Angehörigen von Patienten und Patientinnen aus: die Interviews machen deutlich, dass besonders der häufige Wechsel von Personal als problematisch erlebt wird.
-