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«Graffiti» im Holzhaus. Überlegungen zur kulturhistorischen Rlevanz von Ritzzeichnungen am Beispiel des Hauses Räbengasse 17 in Steinen

Type of publication Not peer-reviewed
Publikationsform Original article (non peer-reviewed)
Publication date 2011
Author Gisula Bönhof,
Project Holzbauten des Mittelalters und der Neuzeit in der Zentralschweiz
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Original article (non peer-reviewed)

Journal Mitteilungen des Historischen Vereins des Kantons Schwyz
Volume (Issue) 103
Page(s) 195 - 205
Title of proceedings Mitteilungen des Historischen Vereins des Kantons Schwyz

Abstract

Bei baugeschichtlichen Untersuchungen von Holzhäusern werden immer wieder Graffiti beobachtet. Es handelt sich dabei um geritzte oder mit einem Griffel angefertigte Notate oder Zeichnungen, die auf den Holzwänden, auf Täferverkleidungen oder auf Möbeln angebracht wurden und bisher wenig Beachtung fanden. Im Haus Räbengasse 17 in Steinen SZ wurden anlässlich einer baugeschichtlichen Untersuchung beobachtete Graffiti dokumentiert und zusammengestellt und die Autorin hat sich über die kulturhistorische Bedeutung solcher Zeichen Gedanken gemacht. Thematisch umfassen die Graffiti Namen, teils unentzifferbare Notate, Massangaben und Rechenoperationen, Handumrisse, geometrische Muster und figürliche Zeichnungen sowie religiöse und magische Zeichen. Zu datieren sind sie vorwiegend ins 17. bis 19. Jahrhundert. Die unspektakulären Spuren wirken auf den heutigen Betrachter als persönlich gestaltete Äusserungen. Sie geben Vorstellungen von ihren Urhebern und lassen auf einen gehobenen sozialen Status, eine gute Bildung und vermutlich auf Handelstätigkeiten der ehemaligen Bewohner schliessen. Das Anliegen, die eigene Existenz dauerhaft zu bezeugen, scheint ebenfalls gegeben. Die Beschäftigung mit Themen wie Amt und Beruf, Heimat und Geborgenheit lässt sich erahnen. Neben der religiösen Orientierung manifestieren sich auch magische Praktiken zur Abweht von Unheil.
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