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Original article (peer-reviewed)

Journal DAS ZEICHEN
Volume (Issue) 105
Page(s) 86 - 97
Title of proceedings DAS ZEICHEN

Abstract

Mit dem Begriff „Textkompetenz“ verbindet man im Allgemeinen und im GER im Speziellen die Kompetenz, mit geschriebenen Formen einer Sprache umgehen zu können. Angesichts fehlender Schreibkonventionen für Gebärdensprachen (GS) waren die gebärdensprachlichen Äquivalente für die Fertigkeiten „schreiben“ und „lesen“ deshalb noch kaum Gegenstand gebärdensprachlinguistischer Forschung. Hier setzt unser Projekt an: Textkompetenz ist unabhängig von der lautsprachlichen Schrift. Textkompetenz in GS zeichnet sich durch die Fähigkeiten aus, die man braucht, um Texte zu gebärden und gebärdete Texte zu verstehen. Solche Texte zeichnen wir auf Video auf und solche Aufzeichnungen lassen wir beurteilen. Unsere Ergebnisse ergänzen und erweitern die bereits durchgeführten Projekte zur Entwicklung eines GER für GS um die Fertigkeiten „lesen“ und „schreiben“: Sowohl das empirische Vorgehen zur Bestimmung von GER-Profilen als auch der Fokus auf gebärdensprachliche Textkompetenz als auch die aktive Einbindung der Gehörlosengemeinschaft in den Forschungsprozess sind dabei völlig neuartige, zuverlässige und zukunftsträchtige Methoden für die Gebärdensprachforschung. Die Ergebnisse haben unmittelbaren Einfluss auf die Weiterbildung von Lehrkräften, sie ermöglichen die gezielte Entwicklung von Curricula für Gebärdensprachkurse und sie bilden die Grundlage von neuen Tests zur Bestimmung des Sprachstands.
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