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Original article (peer-reviewed)

Journal Erziehung und Unterricht. Österreichische Pädagogische Zeitschrift
Volume (Issue) 169(5)
Page(s) 540 - 548
Title of proceedings Erziehung und Unterricht. Österreichische Pädagogische Zeitschrift

Open Access

URL http://hdl.handle.net/11654/27726
Type of Open Access Repository (Green Open Access)

Abstract

In der Schweiz erlaubt neben dem Gymnasium auch die Fachmittelschule als hybrider Schultyp zwischen Allgemein- und Berufsbildung den formal prüfungsfreien Zugang zum Studium des Lehramts Primarstufe. Der Beitrag kontrastiert die Fachmittelschule mit dem Profil Pädagogik sowie die gymnasialen Schwerpunktfächer Musik, Bildnerisches Gestalten und Philosophie/Pädagogik/Psychologie auf empirischer Basis und zeigt exemplarisch am Beispiel des Unterrichts in Pädagogik/Psychologie auf, wie im gleichen disziplinären Fachbereich unterschiedlichen Wissensinhalten, -formen und pädagogischen Strategien Wertigkeit zugeschrieben wird. Daraus resultieren unterschiedliche schulische Kulturen, welche vor dem theoretischen Hintergrund der ‘Économie des Conventions’ (EC) resp. «Soziologie der Konventionen» (Boltanski & Thévenot, 2007; Diaz-Bone, 2018) als (differente) Arrangements von Wertigkeitsordnungen gedeutet werden können. In diesen Arrangements wird Wertigkeit zwar teilweise mit Bezugnahme auf ähnliche Konventionen konstruiert – jedoch jeweils in unterschiedlicher Gewichtung und Ausprägung. Dieses je spezifische Arrangement resultiert im Falle der FMS Pädagogik in einer Logik der praxisorientierten Vorbereitung auf den Volksschullehrberuf bzw. pädagogisch-sozialen Tätigkeiten, im Gymnasium stärker in einer Orientierung an abstrakt-theoretischer Allgemeinbildung und Wissenschaftspropädeutik. Daraus ergeben sich unterschiedliche Ansprüche an die zu erbringende Leistung und die dahinterstehende intrinsische Motivation. Auf Basis der Ergebnisse wird das Potenzial institutionell hybrider Schultypen für die Professionalisierung von Lehramtsstudierenden diskutiert.
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