Lead
Früherkennung ist eine Schlüsselstrategie, um die Entwicklung psychischer Störungen zu reduzieren oder zu verhindern. Die Psychose ist eine heterogene Erkrankung mit Denk- undWahrnehmungsveränderungen und gehört zu den schwersten psychischen Störungen. Aufgrund der negativen Auswirkungen für die Person selbst, aber auch für das Umfeld und das Gesundheitssystem, ist die frühzeitige Erkennung essenziell. In dem Projekt soll unter Einsatz der Netzwerk-Analyse das phänomenologische Verständnis aus der salutogenetischen Perspektive betrachtet und optimiert werden.

Lay summary

Frühzeitig präventiv handeln: ca. 20% der Hilfesuchenden mit Risikofaktoren entwickeln innerhalb von 2 Jahren eine Psychose. Eine unbehandelte Psychose geht mit schwereren Krankheitsverläufen einher. Bei chronifizierten Krankheitsverläufen sind die Folgen deutlich einschneidender. 

Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, das bisherige Wissen von Vulnerabilität und Schutzfaktoren bei Psychose in einem dynamischen Netzwerk-Ansatz mit Fokus auf Resilienz zu explorieren. Netzwerk-Modelle erlauben die Komplexität psychischer Störungen durch dynamischer Verbindungen einzelner Symptome besser zu visualisieren und zu verstehen. Es besteht die Erwartung, dass protektive Faktoren, rechtzeitig aktiviert, eine relevante Rolle bei der Psychose-Entwicklung haben.

Die Resultate dieses Projekts sollen sowohl in wissenschaftlicher, als auch in praktischer Hinsicht zu einem Erkenntnisgewinn beitragen. Durch die visuelle Darstellung der Symptome im Netzwerk-Ansatz können Betroffene aber auch klinische Fachpersonen praxisnahe kausale Zusammenhänge von Psychopathologie und Resilienz bei Psychose intuitiver konzeptualisieren. Auf Basis des gewonnenen profunden wissenschaftlichen Erkenntnisse können forschungsbasierte klinische Interventionen abgeleitet werden.