Lead
Die molekulare Bildgebung mittels Positronenemissionstomographie (PET) ist ein wichtiges Instrument, um Krankheiten, ihre Schwere und ihren Verlauf, besser zu verstehen. In der aktuellen Pandemie wird die PET jedoch kaum genutzt. Wir entwickeln daher einen PET-Tracer, um die dynamische Expression des Virusrezeptors ACE2 zu untersuchen.

Lay summary

Hintergrund

COVID-19 zeigt höchst unterschiedliche Krankheitsbilder, -verläufe und -ergebnisse. Bis vor kurzem wurden die Risikofaktoren, die für die Schwere und den Verlauf der Krankheit verantwortlich sind, kaum untersucht. Nur durch eine geeignete, frühe Risikoabschätzung lässt sich jedoch eine Überlastung der Spitäler und Intensivstationen durch aktuelle und zukünftige SARS-CoV-Infektionen vermeiden. Die molekulare Bildgebung mittels PET kann diese Abschätzung unterstützen, indem sie die Expression und Regulierung von Schlüsselstrukturen der Krankheit untersucht.

Forschungsziele

Vermutet wird, dass ACE2 als Eintrittsrezeptor für das Virus die Empfänglichkeit für die Infektion und den Krankheitsverlauf beeinflusst. Ziel dieses Projekts ist es deshalb, einen Radioliganden für die nicht-invasive Bildgebung von ACE2 mittels PET zu entwickeln. Ein solcher Radioligand soll Klinikern als Mittel dienen, die dynamische Expression von ACE2 abhängig von Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen, Medikation und Umweltfaktoren zu untersuchen und so eine (frühe) Risikoabschätzung ermöglichen.

Erwartete Ergebnisse und Produkte

Im Erfolgsfall wird im Rahmen dieses Projekts ein neuer PET-Radioligand für die nicht-invasive Bildgebung von ACE2 entwickelt. Dies sollte der klinischen Forschung helfen, das Expressionsmuster, die Funktion und die Regulation des ACE2 im Zusammenhang mit COVID-19 besser zu verstehen. Um das Risiko einzelner Patienten einzudämmen, müssen wir verstehen, wie sich verschiedene innere und äussere Faktoren auf die dynamische Expression von ACE2 auswirken. Kliniker können bei der Beurteilung der mit COVID-19 infizierten Patienten von einem solchen PET-Radioliganden profitieren und die Behandlung individuell anpassen, um schweren Verläufen mit möglicher Todesfolge vorzubeugen.

Beitrag zur Bewältigung der aktuellen Pandemie

Der spezifische Beitrag dieses Projekts zur Eindämmung der aktuellen Pandemie besteht in der Entwicklung eines Instruments, mit dem wir die Risikofaktoren für schwere COVID-19-Verläufe besser verstehen. Nur wenn wir wissen, welche Rolle die dynamische Expression und die Regulierung von ACE2 spielen, können wir ungünstigen Gegebenheiten in bestimmten Bevölkerungsgruppen mit spezifischen Massnahmen begegnen und infizierte Risikogruppen individuell behandeln. Das Verständnis dieser Mechanismen ist nicht auf SARS-CoV-2 begrenzt, sondern kann auch gute Dienste bei der Bekämpfung künftiger Corona-Infektionen leisten.