Lead
Der Gesundheitszustand von Neugeborenen ist ein aktuelles Thema, auch wegen der damit verbundenen langfristigen gesundheitlichen Folgen später im Leben oder sogar für die nächste Generation. Dies gilt auch für historische Gesellschaften, wenn Veränderungen in der Körperform der Neugeborenen (Geburtsgewicht, etc.) Veränderungen der (mütterlichen) Gesundheit widerspiegeln. In diesem Projekt analysieren wir das Geburtsgewicht und andere Indikatoren des neonatalen/mütterlichen Gesundheitszustands bei Mutter-Kind-Paaren aus dem Frauenspital in Lausanne, 1905-1925.

Lay summary

Die Identifizierung von Determinanten, die eine normale Entwicklung und das Wachstum des Fötus behindern/begünstigen, ist von hoher Relevanz. Ein wichtiges Instrument zur Untersuchung des fetalen Wachstums sind anthropometrische Parameter von Neugeborenen. Die Archivquellen des Frauenspitals ermöglichen es beispielsweise, die Auswirkungen der Spanischen Grippe in der Schwangerschaft auf die Anthropometrie von Neugeborenen zu untersuchen. Wir transkribieren Informationen von über ca. N=15'000 Geburten in Lausanne, 1905-1925. Wir konzentrieren uns a) auf zeitliche und andere Determinanten der Gesundheit von Neugeborenen (z.B. Spanische Grippe, sozioökonomische Position, Grösse der Mutter, etc.); b) auf die räumlich-zeitliche Modellierung historischer Geburtsgewichte zur Identifizierung von «cold spots» und «hot spots»; c) auf die Entwicklung einer statistischen Methode zur Anpassung an einen potentiellen «Sample Selection Bias»; und d) auf eine vergleichende Analyse durch Meta-Analyse von Individualdaten aus Lausanne mit ähnlichen Daten aus Basel und Bern (aus einem früheren Projekt).

Unsere historische Perspektive kann sich als wertvoll für heutige Verhältnisse erweisen, da sie eine retrospektive Untersuchung von ungünstigen perinatalen Umgebungen auf Gesundheitsparameter ermöglicht.