Lead
Dieses Projekt untersucht die Rolle von Kunstwerken im Prozess der Aushandlung von Heiligkeit mit der römischen Kurie im Zeitalter der Vorherrschaft der iberischen Reiche. Dazu werden Werke untersucht, die sich auf die Pioniere katholischer Heiliger im post-tridentinischen 'globalen' Kontext beziehen.

Lay summary
Inhalt und Ziel

Im Zentrum des Projekts steht die These, dass die untersuchten Werke Bestrebungen offenbaren, den geistlichen Status der jeweiligen lokalen Gemeinschaften innerhalb des universellen Katholizismus' auszuhandeln. Da die offizielle Anerkennung eines/r Heiligen die gesamte Gesellschaft bestätigte, die ihn/sie verehrte, dienten diese Kunstwerke der Selbst-Repräsentation innerhalb des grösseren Kontextes der sozialen Identitätsbildung. Das Projekt untersucht die Zirkulation materieller Objekte und Ikonographien innerhalb und zwischen globalen Netzwerken der Wissensübertragung und kombiniert eine solche Herangehensweise mit einem hypothetischen 'globalen Markt symbolischer Werte', der auf Konzepten der kritischen Soziologie beruht.

Kontext


Bislang hat die Kunstgeschichte ihr Augenmerk vor allem auf die Übereinstimmung von Kunstwerken mit den Heiligkeitsmodellen, die von der tridentinischen Kirche propagiert wurden, gerichtet. Konkurrierende lokale Heiligkeitskonstruktionen wurden dabei vernachlässigt. Diese Forschungslücke ist insbesondere in Bezug auf Heilige, die mit der europäischen Expansion in Zusammenhang stehen, von grosser Tragweite. Die Untersuchung der Aushandlung von Heiligkeit zwischen Rom und geographisch entfernten Gebieten trägt dazu bei, die Geschichte der frühneuzeitlichen Kunst zu 'globalisieren' und stellt etablierte Perspektiven in Bezug auf den römischen Katholizismus, den Kolonialismus und die frühneuzeitliche Welt insgesamt in Frage.