Lead
Rationalität von ökonomischen Entscheidungen und deren zugrundeliegenden Präferenzen weisen einen hohen Grad an inter- und intraindividueller Heterogenität auf, welcher sich nur unzureichend mit Ergebnissen der bestehenden empirische Literatur erklären lässt. Für die Evaluation von ökonomischen Entscheidungsmodellen sowie die Analyse von Märkten und die Politikgestaltung ist ein fundamentales Verständnis individueller Präferenzen jedoch notwendig.

Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Ziel dieses Forschungsprojektes ist es, die Abhängigkeit ökonomischer Rationalität und der zugrundeliegenden Präferenzen (Risiko, Ambiguität, Prosozialität, Zeit) vom menschlichen intestinalen Mikrobiom zu messen. Das intestinale Mikrobiom interagiert über verschiedene Kanäle (z.B. dem Nervus Vagus) mit dem menschlichen Gehirn und aktuelle Forschungsergebnisse legen nahe, dass diese Interaktion das menschliche Verhalten beeinflusst. Wir übertragen diesen, in anderen Disziplinen dokumentierten, Wirkungsmechanismus auf das Feld der Ökonomie.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Unser Projekt evaluiert die Relevanz eines neuen Kanals zur Erklärung von inter- und intraindividueller Heterogenität ökonomischer Rationalität und Präferenzen und leistet einen Beitrag zum Verständnis beschreibender Fähigkeiten von Entscheidungstheorien. Dieses Projekt überträgt Erkenntnisse zur Bakterien-Wirt-Wechselwirkung aus der medizinischen und mikrobiologischen Forschung auf gesellschaftlich relevante Fragestellungen in der ökonomischen Forschung. Die Ergebnisse sind damit relevant für die Weiterentwicklung ökonomischer Theorie, die Erklärung von verhaltensökonomischen Rätseln und die Politikgestaltung.