Lead
Digital humanities bezeichnet die untersuchung geisteswissenschaftlicher forschungsfragen unter verwendung informatischer modelle, um die möglichkeiten des computers für die geisteswissenschaften nutzbar zu machen. Ein zentrales problem dabei ist, dass praktisch alle untersuchten phänomene mit unsicherheit behaftet sind; insbesondere historische phänomene. Anders als bspw. messungenauigkeit kann sie aber nicht quantifiziert werden. Wie können wir unsicherheit informatisch modellieren, ohne sie quantifizieren zu müssen?

Lay summary
Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Die informatische modellierung eines phänomens erfordert ein gutes verständnis desselben. Das projekt untersucht daher zunächst den traditionellen umgang mit unsicherheit, speziell historiografischer unsicherheit, d. h. mit unsicherheit in der bisher vorhandenen geschichtsschreibung: welche formen von unsicherheit tauchen auf und wie wird damit umgegangen? Unsere beobachtungen sollen in einer taxonomie resultieren, die in einem weiteren schritt als grundlage für eine weitergehende formalisierung dienen kann.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Die digitale transformation ist weniger ein technische als eine gesellschaftliche und kulturelle revolution. Die geisteswissenschaften werden daher immer wichtiger, aber sie können ihre aufgaben nur erfüllen, wenn sie «agiler» werden und die möglichkeiten der informatik für sich nutzen; dies bedeutet insbesondere, dass sie in der lage sind informatische modelle ihrer forschungsgegenständ zu konstruieren, mit daten zu testen, sie früh zu publizieren und inkrementell zu verbessern – und damit auch den gedanken von open acces, open science und reproduzierbarkeit rechnung zu tragen.