Lead
Marktwirtschaften generieren regelmässig Innovationen in der Form neuartiger Geschäftsmodelle und Institutionen. Als Folge ändern sich oft gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge in einer Art und Weise, die sich nur unzureichend objektiv, d.h. aufgrund vorhandener Daten und Erfahrungen, abschätzen lässt. Makroökonomische Entwicklungen sind daher durch fundamentale Unsicherheit beeinflusst.

Lay summary
Dieses Projekt soll zum besseren Verständnis der Funktionsweise einer Wirtschaft unter fundamentaler Unsicherheit beitragen. Dabei liegt der Fokus auf den Wechselwirkungen zwischen fundamentaler Unsicherheit und individuellem Verhalten—Wechselwirkungen, welche die Krisenanfälligkeit einer Wirtschaft u.U. stark erhöhen. Wir entwickeln eine Theorie der subjektiven Erwartungsbildung, die dem Handeln der Akteure zugrunde liegt. Zentrales Element dieser Theorie sind ökonomische Anreize, auf die Erwartungsbildung einzuwirken. So möchten z.B. Innovatoren die Erwartungen möglicher Investoren positiv beeinflussen, während die bisherigen Marktführer an skeptischen Erwartungen interessiert sind. Die gewonnenen Erkenntnisse helfen, makroökonomische Krisenpotentiale klarer zu erkennen—und besser zu verstehen, wie diese durch Regulatoren und Zentralbanken vermindert werden können. Die optimalen Massnahmen weichen u.U. stark von jenen in konventionellen Modellen ab.

Die grossen Verwerfungen im Nachgang der Krise von 2008-09 lassen keinen Zweifel an der Wichtigkeit, den Ursachen von Fluktuationen und Krisen auf den Grund zu gehen. Dieses Projekt leistet einen Beitrag hierzu, indem es fundamentale Unsicherheit und subjektive Erwartungen in den makroökonomischen Theorierahmen integriert.