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Husten ist einer der häufigsten Gründe für eine Konsultation beim Hausarzt. Ein sogenannter post-infektiöser Husten nach einer Infektion der oberen Atemwege kann drei bis acht Wochen andauern. Bislang gibt es keine Standardtherapie für diese Erkrankung.

Lay summary

Inhalte und Ziele des Forschungsprojektes

Der post-infektiöse Husten tritt häufig nach einem viralen Infekt der oberen Luftwege (Erkältung) auf und kann für Patientinnen und Patienten sehr störend sein. Der Husten kann die täglichen Aktivitäten beeinträchtigen oder den Schlaf stören, was erhebliche Auswirkungen auf die physische und psychosoziale Gesundheit hat und zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität führen kann. In einer eigenen Untersuchung konnten wir 2018 zeigen, dass bisher keine wissenschaftlich bewiesene Therapie für den post-infektiösen Husten verfügbar ist, welche die Symptomdauer verkürzt oder die Lebensqualität rascher verbessert.

In unserer Studie können PatientInnen teilnehmen, welche sich mit einem post-infektiösen Husten beim Hausarzt vorstellen. Die teilnehmenden PatientInnen erhalten über fünf Tage entweder 40mg Kortison (Prednison)/Tag zum Einnehmen oder eine Placebo-Tablette während 5 Tagen. In den folgenden 28 Tagen und nochmals nach 3 Monaten wird untersucht, ob die Therapie mit Kortison (Prednison) im Vergleich zu Placebo besser ist. Wir messen dabei die Dauer des Hustens, den Zeitpunkt des Verschwindens des Hustens, die Lebensqualität, die Verbesserung der täglichen Aktivitäten und die Anzahl der Besuche beim Hausarzt im Verlauf. Ganz besonders achten wir auch auf die Sicherheit und Nebenwirkungen der kurzzeitigen Kortison-Therapie.

Wissenschaftliche und gesellschaftlicher Kontext des Forschungsprojektes

Zur Therapie des post-infektiösen Hustens existiert keine wissenschaftlich bewiesene Standarttherapie und somit auch keine Leitlinien. Diese Studie untersucht weltweit erstmals, ob orales Kortison bei Patienten mit post-infektiösem Husten nützlich und sicher sind, was einen erheblichen Einfluss auf das Wohlbefinden und die Behandlung dieser Patienten in der Schweiz und darüber hinaus haben würde.